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Eine Seilbahn durch das Gebiet wäre "ein krasser Verstoß gegen europäisches Naturschutzrecht", sagte der LNV-Vorsitzende Gerhard Bronner. | Foto:  Patrick Seeger/Archiv

„Krasser Verstoß“

Naturschützer lehnen geplante Seilbahn des Europa-Parks ab

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Eine vom Europa-Park in Rust bei Freiburg geplante Seilbahn nach Frankreich stößt auf Widerstand von Umweltschützern. Das Vorhaben solle im Naturschutzgebiet Taubergießen realisiert werden und gefährde Natur und Tierwelt, sagte ein Sprecher vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) am Freitag in Freiburg.

Im Zweifel müssten Gerichte entscheiden, ob die Pläne gestoppt werden könnten. Auch der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg (LNV) lehnt das Vorhaben ab. Eine Seilbahn durch das Gebiet wäre „ein krasser Verstoß gegen europäisches Naturschutzrecht“, sagte der LNV-Vorsitzende Gerhard Bronner. Die Behörden dürften sie nicht genehmigen.

Auch der Naturschutzverband Nabu lehne die geplante Seilbahn ab, sagte der Landesvorsitzende Johannes Enssle am Freitag. Taubergießen sei einer der letzten großen Auwälder am Rhein. Er regte einen grenzüberschreitenden Shuttleservice mit Elektrobussen an.

Konflikte werden geprüft

Die vom Freizeitpark beabsichtigte Seilbahn würde Rust mit dem benachbarten Elsass verbinden und im Gebiet Taubergießen entstehen. Politiker aus Deutschland und Frankreich unterstützen die Idee. Ob und wann die Bahn gebaut werden könnte, ist aber noch offen.

Nach Angaben des zuständigen Landratsamtes Ortenaukreis werden Konflikte zwischen den Interessen des Europa-Parks und dem Naturschutz geprüft. Hinweise, dass der Bau einer Seilbahn dort aus Umweltschutzgründen tabu sei, habe eine erste Prüfung nicht ergeben.