Winterliche Straßenverhältnisse
Wer im Schnee stecken bleibt, hat nichts zu lachen. Im Idealfall sind Autofahrer auch für den schlimmsten Fall gut gerüstet. | Foto: Uwe Zucchi/Archiv

Decke, Schaufel, Schokolade

Notfallausrüstung: Das sollten Sie im Winter immer im Auto haben

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Wenn Schnee und Eis die Verkehrswege im Winter lahm legen, kann die Lage für Autofahrer schnell gefährlich werden. Nicht nur drohen Unfälle durch Glatteis oder aufgrund schlechter Sicht, sondern auch das lange Stehen im Stau kann im Winter sogar Lebensgefahr bedeuten. Mit der richtigen Notfallausrüstung an Bord können sich Autofahrer jedoch gegen das Winterwetter wappnen.

Neben Warnweste, Warndreieck und Erste-Hilfe-Kasten braucht es im Winter noch ein paar Extras, um auch auf verschneiten oder vereisten Straßen gut und sicher anzukommen. Diese Dinge sollten im Winter daher auf keiner Autofahrt fehlen:

Wenn sich das Wetter plötzlich ändert

Plötzliche Wetterwechsel können im Winter besonders verheerend sein. Besonders wer sich etwa zum Skiurlaub ins Gebirge begibt, muss oft mit unvermuteten Wetterumschwüngen rechnen. Dann werden Autofahrer mit plötzlichem Schneefall oder Blitzeis konfrontiert – und damit auch mit einer erheblichen Unfallgefahr. Diese Dinge können im Fall der Fälle helfen:

1. Schneeschaufel oder Klappspaten

Wenn das Auto im Schnee feststeckt, kann ein Klappspaten Wunder wirken, um die Räder von den Schneemassen zu befreien. Ist weder Schneeschaufel noch Klappspaten zur Hand, kann auch ein alter Teppich oder eine Decke helfen. Unter die Räder gelegt, kann der Reifen so im Idealfall über den Teppich oder die Decke auf festeres Gelände rollen.

2. Eiskratzer

Gegen vereiste Scheiben hilft im Zweifelsfall auch der altbewährte Eiskratzer. Um das Glas bestmöglich zu schonen, sollte dieser am besten aus Plastik sein.

3. Frostschutz und Enteiser

Innerhalb weniger Sekunden geht es hartnäckigen Eiskrusten an den Kragen, sobald sie mit Scheibenfrostschutz in Kontakt kommen. Autofahrer sind daher gut beraten, wenn sie diesen immer in ihrem Auto vorrätig haben. Heißes Wasser als Ersatz ist hingegen eine denkbar schlechte Idee: Wegen des Temperaturunterschieds kann das Glas davon Risse bekommen und im ungünstigsten Fall sogar platzen.

Empfehlenswert ist es auch, immer einen Türschlossenteiser zur Hand zu haben. Die Betonung liegt hier auf „Hand“, denn der Enteiser sollte auf keinen Fall im Auto gelagert werden. Dort hilft er im Falle eines vereisten Türschlosses wenig. Besser ist es, den Türschlossenteiser in der Jacken- oder Handtasche immer dabei zu haben.

4. Schneeketten

Gerade wenn der Weg in die Berge führt, sind Schneeketten nicht nur empfehlenswert, sondern oft sogar Pflicht. Dabei gilt die Devise: Schneeketten am besten anlegen, bevor das Auto stecken bleibt. Auf kritischen Streckenabschnitten signalisieren meist runde blaue Straßenschilder mit Schneeketten-Symbol, dass die Stahlketten am besten unverzüglich aufgezogen werden müssen.

Bei langen Wartezeiten in der Kälte

Ein langer Stau ist bei warmen Temperaturen ein Ärgernis. Bei winterlichen Temperaturen können lange Wartezeiten im Stau jedoch im schlimmsten Fall sogar lebensbedrohlich werden, denn bei abgeschaltetem Motor fällt die Temperatur auch im Innenraum des Autos rasch. Wer also eine längere Fahrt mit eventueller Staugefahr vor sich hat, sollte sich vor allem mit diesen Dingen eindecken:

1. Wolldecke

Um sich warm zu halten, kann im Notfall auch eine schlichte Wolldecke gute Dienste leisten. Wer sich noch besser gegen die Kälte schützen möchte, kann auch einen Schlafsack im Auto deponieren oder zusätzliche warme Kleidung bereit legen.

2. Warme Getränke und Proviant

Warme Getränke und zuckerhaltige Snacks halten den Körper warm und den Kreislauf auf Touren. In einer Thermoskanne bleiben Tee oder Kaffee mehrere Stunden lang heiß. Als Proviant eignen sich Süßigkeiten wie Kekse, Müsliriegel oder Schokolade. Diese heben im Zweifelsfall vielleicht auch ein wenig die Stimmung.

3. Reservekanister mit Sprit

Damit das Benzin auch bei längeren Wartezeiten nicht ausgeht, sollte immer auch ein Reservekanister mit fünf bis zehn Litern Sprit mit dabei sein. Wichtig ist, dass der Kanister nicht älter als fünf Jahre ist. Vor Fahrten ins Ausland muss jedoch noch einmal geprüft werden, ob ein Reservekanister im Auto im jeweiligen Land zulässig ist.

Wenn die Autobatterie versagt

Eisige Temperaturen können der Autobatterie mächtig zu schaffen machen. Wenn nichts mehr geht, sind folgende Dinge im Auto unverzichtbar:

1. Mobiles Ladegerät

Wenn die Autobatterie unterwegs versagt, kann auch das Handy nicht mehr über den Anschluss im Auto geladen werden. Besonders ungünstig ist das, wenn es notwendig wird, Hilfe zu holen. Daher lohnt es sich, immer auch ein mobiles Ladegerät mit an Bord zu haben, an dem das Handy im Notfall aufgeladen werden kann.

2. Taschenlampe

Wer im Dunkeln eine Panne hat, wird eine funktionstüchtige Taschenlampe im Handschuhfach schnell zu schätzen lernen. Der Blick in den Motorraum nach einer Panne, das Auffüllen des Scheibenwischwassers oder Hilfe holen im Dunkeln – ohne Licht wird all dies zum Problem. Autofahrer sollten sich jedoch regelmäßig vergewissern, dass die Batterien der Taschenlampe noch geladen sind.

3. Starthilfekabel

Ist die Autobatterie zusammengebrochen, kann ihr die Überbrückung mit einem anderen Motor möglicherweise noch einmal auf die Sprünge helfen. Daher sollte ein Starthilfekabel auf jeder Fahrt mit an Bord sein.

Auch wenn es Mittel und Wege gibt, dem Winterwetter im Verkehr zu trotzen: Schlägt der Winter mit aller Macht zu, ist es immer am sichersten, das Auto nach Möglichkeit stehen zu lassen.