Notre-Dame de Paris: Im Abendlicht leuchtet die vordere Fassade, die erhalten geblieben ist. | Foto: Martha Steinfeld

Von Lesern und Mitarbeitern

Notre-Dame-Erlebnisse in Geschichten und Bildern

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Die französische Hauptstadt Paris lässt sich von Karlsruhe aus mit dem Zug doppelt so schnell erreichen wie Berlin. Für all jene aus dem südlichen Verbreitungsgebiet geht es über Straßburg noch schneller. Kein Wunder ist Paris ein beliebtes Reiseziel..

Wer sich bei Freunden oder Kollegen umhört, wird nach dem Feuer in der Kirche schnell auch eine persönliche „Notre Dame de Paris“-Geschichten erzählt bekommen. Die BNN-Leser haben auf Facebook ihre Erinnerungen mit uns geteilt. Auch in der BNN-Redaktion hat die Nachricht vom Brand die Autoren dazu bewegt, ihre Momente mit den BNN-Lesern zu teilen.

Bildergalerie der BNN-Leser
BNN-Autorinnen Martha Steinfeld und Tina Mayer
BNN-Autorin Sybille Kranich
BNN-Autorin Susanne Jock
BNN-Autorin Tanja Rastätter
BNN-Autorin Tanja Starck

BNN-Leser-Galerie

Auf Facebook (siehe Beitrag am Ende der Seite) haben BNN-Leser ihre Erinnerungen mit der Redaktion geteilt. Ein paar ausgewählte hier:

Martha Steinfeld, Leiterin Projektteam Veranstaltung,

Martha Steinfeld

und Tina Mayer, Redaktionsmitglied in Karlsruhe-Stadt:

Tina Mayer

Es ist noch keine drei Wochen her, als wir mit unseren Töchtern auf dem Platz vor der Kathedrale Notre-Dame eine Rast von einem langen Paris-Tag einlegten. Die Fahrt in die Stadt an der Seine hatten wir den Mädchen zur Einschulung versprochen und zum Frühlingsbeginn in die Tat umgesetzt. Den Eiffelturm wollten die beiden natürlich sehen, und auch die Mona Lisa stand ganz oben auf der Liste.

Auf Kirchen hatten die beiden wenig Lust.

Sie betitelten während unserer Erkundungstour architektonische Meisterwerke wie die Basilika Sacré-Coeur oder Saint-Eustache in kindlicher Respektlosigkeit abwechselnd als „langweilig“ oder gar „hässlich“.

„Wir wollen keine Kirche mehr sehen!“ schimpften sie, als wir verkündeten, einen letzten Halt bei Notre-Dame einzulegen. Selbst mit der Legende von Quasimodo, dem entstellten Glöckner, der in einem der Türme der berühmten Kathedrale wohnte, konnten wir sie nicht locken.

Besuchermagnet in Paris. | Foto: Tanja Rastätter

Als der Hop-on-Hop-off-Bus uns schließlich auf der Île de la Cité ablud – müde, hungrig und völlig übersättigt von den Eindrücken des Tages – erwarteten wir bereits den unausweichlichen Streit. Doch die Mädchen blieben ganz ruhig vor der Kirche stehen, deren helle Türme majestätisch in den blauen Frühlingshimmel ragten. „Boah, die ist aber schön“, sagte die erste beeindruckt. „Wunderschön!“, rief die andere, „und wo genau wohnte jetzt dieser Quasomido?“.

Sybille Kranich, Redaktionsmitglied im Ressort Reise / Fächer:

Sibylle Kranich

„Ach, wäre ich doch aus Stein, wie Du.“ Es ist dieser Satz des Glöckners von Notre-Dame, der mir als Kind (und manchmal auch heute noch) den Hals mit einem dicken Knoten verschloss und die Tränen in die Augen trieb. Immer wenn ich auf dem Vorplatz der berühmten Kathedrale stand und nach oben blickte, glaubte ich, ihn da zu sehen: Quasimodo, den Buckeligen. Der traurigste und einsamste Mensch auf der ganzen Welt, wie er sich in seiner Verzweiflung um die unerwiderte Liebe zur schönen Esmeralda an eines der wasserspeienden Monster aus Stein schmiegt. Auf der Suche nach ein bisschen Zärtlichkeit und Wärme ausgerechnet von den einzigen Wesen, die noch hässlicher und furchteinflößender sind als er selbst.

Das Innere sahen viele Besucher nie, zu lang waren die Schlangen davor. | Foto: Julia Falk

Notre Dame de Paris war als Kathedrale für mich immer nur eine von vielen. Aber als steinernes Geschichtsbuch las ich gern in ihr. Beim obligatorischen Touristen-Zwischenstopp positionierte ich mich immer ein wenig abseits des Trubels auf dem Vorplatz und stellte mir im Stillen vor, was diese Kirche in ihrer langen Geschichte schon alles gesehen hatte. Kriege, Revolutionen, den Terror danach, Kaiserkrönungen, Staatsbegräbnisse und den Terror von heute. Sie war da, als Weltreiche geboren wurden. Sie war da, als sie wieder zerfielen.

Die große alte Dame aus Stein wurde Zeugin von bedeutsamen Gesten, wie dem Läuten der Glocken nach dem Ende der deutschen Besatzung, und von so banalen, wie dem Ausfahren einer Selfie-Stange. Nach dem Brand ist das große Geschichtenbuch zwar ein wenig angekokelt, gleichzeitig hat es aber auch ein weiteres Kapitel bekommen. In ihm ist zu lesen, wie geliebt, geschätzt und weltweit verehrt sie ist. Quasimodo hätte sich das auch gewünscht.

Susanne Jock, Redaktionsmitglied in Karlsruhe-Stadt:

Susanne Jock

Ich kann mich erinnern, dass ich in den 1980ern als 17-Jährige auf Klassenfahrt sehr beeindruckt vor dieser riesigen Kathedrale stand, die so viel Geschichte atmete – und vom düstern Inneren eher enttäuscht war. Großartig fand ich allerdings die riesige Rosette, die durch das Tageslicht dahinter in allen blauen, roten und violetten Farben in der Dunkelheit zu brennen schien.

Die riesige Rosette blieb vielen Besuchern in Erinnerung. | Foto: Julia Falk

Auf einem Dia, für das ich niederknien, die Kamera von Hand einstellen und für die Langzeitbelichtung hochkompliziert auf einer Bank auflegen musste, wollte ich diesen Anblick unbedingt festhalten. Ich weiß noch, dass ich darüber nachdachte, ob das irgendwie ungebührlich sein könnte – die Faszination der Farbenpracht dann aber überzeugender fand. Es waren aber auch gar nicht so viele weitere Besucher in Notre-Dame, und angestanden bin ich für den Kirchenbesuch definitiv nicht.

Ich war später noch mehrfach in Paris – in Notre-Dame aber nie wieder. Zuletzt stand ich mit meiner damals zehnjährigen Tochter davor.  Für eine Kirchenbesichtigung war sie aber nicht zu haben.

Tanja Rastätter, Redaktionsmitglied im Online-Team:

Tanja Rastätter

Von den vier Paris-Besuchen war ich drei Mal bei Notre-Dame. Im Kunst-Leistungskurs hatte ich viel über die Besonderheiten der berühmten Kathedrale und ihrer Fassade gelernt. Diese dann einmal real zu sehen, war großartig für mich. Egal, ob von Land oder vom Wasser aus – man kommt in Paris nicht an Notre-Dame und der Seine-Insel Île de la Cité vorbei. Jetzt ärgere ich mich, dass ich damals zu faul war, die Türme hochzugehen. Diese beiden Fotos sind bei meiner letzten Paris-Reise mit meinen Kolleginnen im März 2017 entstanden.

Ich erinnere mich noch gut, wie schwer es war, vom Boot aus die perfekte Position zu treffen. Oder direkt davor ein schönes Bild – ganz ohne Menschen – aufzunehmen.

Tanja Starck, Redaktionsmitglied Social-Media:

Tanja Starck

Notre-Dame war bei jedem meiner vier Paris-Besuche eine von mir geliebte Konstante. Egal, ob sie als Ziel auf meiner Sightseeing-Agenda stand oder ob ich einen erneuten Besuch auf das nächste Mal verschob. Ich mochte es, vor ihr sitzend zu ihr aufschauen oder mich vorbei flanierend von ihrer wechselnden Architektur bezaubern zu lassen. Vor allem mochte ich aber, sie in der Ferne immer wieder zu entdecken und mich daran zu erfreuen, wie durchschaubar die Großstadt Paris dank ihr ist.

Durch ihre beeindruckende Größe und ihre zentrale Lage fühlen sich bei ihrem Anblick selbst Paris-Touristen wie ich als ortskundige Profis. Wie oft rief ich schon „da, die Notre-Dame“, während ich oben thronend auf sie herabsah. Die Aussichten wechselten. Mal stand ich auf dem Eiffelturm, mal auf dem Tour Montparnasse. Eine blieb immer gleich, die alte Bekannte Notre-Dame.

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