Gedenkstein
Ein Gedenkstein steht unweit vom Tatort, an dem Michele Kiesewetter Opfer eines NSU-Mordes wurde. | Foto: Christoph Schmidt/Archiv

Viele offene Fragen

NSU-Ausschuss: Zeugen zum Kiesewetter-Mord gehört

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Der Thüringer NSU-Untersuchungsausschuss hat sich erstmals ausführlicher mit der Ermordung der Polizistin Michèle Kiesewetter 2007 in Heilbronn befasst. Eine Polizistin aus Baden-Württemberg sagte in der Sitzung am Donnerstag, aus ihrer Sicht gebe es bei diesem Verbrechen noch viele offene Fragen. Beispielsweise glaube sie nicht, dass ausschließlich die NSU-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt die Täter sind.

Sowohl am Mord als auch an dessen Planung waren nach Einschätzung der Polizistin Weitere beteiligt. Das genaue Motiv sei weiter unklar. Wie Mundlos und Böhnhardt war auch das Opfer in Thüringen aufgewachsen.

Der Ausschuss versucht vor allem zu klären, ob es Fehler der Thüringer Sicherheitsbehörden bei den Ermittlungen zum «Nationalsozialistischen Untergrund» (NSU) gab. Dem NSU werden zehn Morde an vorwiegend türkisch- und griechischstämmigen Menschen angelastet.

Mehrere Mitglieder des Gremiums erklärten nach der Sitzung, die insgesamt drei als Zeugen gehörten Polizisten aus Baden-Württemberg hätten sich durch ein großes Detailwissen ausgezeichnet. «Die waren alle ungewöhnlich motiviert, die wollten wirklich rausbekommen, wer ihre Kollegin ermordet hat und uns bei der Aufklärung helfen», sagte die Obfrau der Linken im Ausschuss, Katharina König-Preuss.

(dpa/th)