Das Landgericht in Karlsruhe
Das Landgericht in Karlsruhe. | Foto: Uli Deck

Landgericht Karlsruhe

Oberderdinger Mordprozess gegen Pfleger

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Im Mordprozess um den Tod einer Seniorin bei einem Feuer in einem Altenheim in Oberderdingen hat ein Zeuge den angeklagten Pfleger schwer belastet. Er berichtete am Freitag vor dem Landgericht Karlsruhe während seiner fast zweistündigen Vernehmung, der 24-Jährige habe ihm gesagt, er lösche gerne Feuer und fände es «cool, wenn mal etwas Größeres brennen würde».

Einen Tag später, am 31. Mai 2018, kam es dann zu dem Brand. Die 82-Jährige starb, eine weitere Heimbewohnerin wurde lebensgefährlich verletzt. Der Angeklagte ist Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr in dem Ort.

Der Täter schweigt

Das Gericht hatte auch am siebten Prozesstag sichtlich Mühe, sich ein Bild davon zu verschaffen, was genau sich ereignete und ob der 24-Jährige als Täter in Frage kommt. Er selbst schweigt. Bisherige Zeugenaussagen brachten wenig Licht ins Dunkel. Der psychiatrische Gutachter war am Freitag mit seinem Bericht nach wenigen Minuten bereits fertig: Der Angeklagte hatte eine Mitwirkung an dem Gutachten abgelehnt; der Psychiater war auf Beobachtungen während der Prozesstage angewiesen.

Schon eine solche Tätigkeit bringt eigentlich viele Menschen an die Grenzen der Belastbarkeit

Anzeichen für eine Psychose oder sonstige Verhaltensauffälligkeiten konnte er demnach nicht feststellen. Merkwürdig aber sei, dass der 24-Jährige nicht nur als Pfleger arbeitete, sondern sich sowohl bei der Feuerwehr wie auch beim Roten Kreuz engagierte. «Schon eine solche Tätigkeit bringt eigentlich viele Menschen an die Grenzen der Belastbarkeit», sagte der Experte. Wann das Urteil fällt, ist unklar. (dpa/lsw)