Geplagte Anwohner: Rund 15.000 Fahrzeuge fahren täglich durch die Kuppenheimer Ortsdurchfahrt.
Geplagte Anwohner: Rund 15.000 Fahrzeuge fahren täglich durch die Kuppenheimer Ortsdurchfahrt. | Foto: Hans-Jürgen Collet

Verlängerung B3 neu

Planungsbeginn für Ortsumgehung Kuppenheim im Oktober

Anzeige

Tut sich da was in Sachen Ortsumgehung in Kuppenheim? Das Stuttgarter Verkehrsministerium immerhin macht Hoffnung: Die Planung der Umfahrung sei einen großen Schritt vorangekommen, heißt es in einer Pressemitteilung. Demnach könnte Anfang Oktober die Planung beginnen. Der Bürgermeister der Gemeinde allerdings bleibt skeptisch.

Seit über 40 Jahren beschäftigt das Thema Ortsumgehung bereits die Kuppenheimer Kommunalpolitik. Bis zu 15.000 Fahrzeuge schieben sich täglich durch Murgtal- und Friedrichsstraße hindurch. Aktuell ist das Projekt Lückenschluss B3 neu und B462 im Bundesverkehrswegeplan 2030 als vordringlich eingestuft.

Zuletzt war im Jahr 2019 ein Verkehrsgutachten erstellt worden. „Seither haben wir nichts mehr gehört“, betont der Kuppenheimer Bürgermeister Karsten Mußler.

Die Pressestelle des Stuttgarter Verkehrsministeriums bemüht sich, Optimismus zu verbreiten: „Die in der Gemeinde Kuppenheim dringend gewünschte Planung für die Ortsumfahrung im Zuge der B3 kommt einen wichtigen Schritt voran.“

Der Scoping-Termin, bei dem der Rahmen für die Umweltverträglichkeitsuntersuchunge festgelegt wird und der den Planungsstart markiert, wurde gemeinsam mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe auf Mittwoch, 7. Oktober, festgelegt.

Rund 15.000 Fahrzeuge fahren täglich durch Kuppenheim

Im Kuppenheimer Rathaus wurden die Verantwortlichen von dieser Ankündigung überrascht. Mußler: „Wir haben bislang keine Information über diesen Termin.“ Ursprünglich sei der Scoping-Termin bereits für das Spätjahr 2019 angekündigt gewesen, dann jedoch vermutlich aus Kapazitätsgründen aufgeschoben worden.

„Ich hoffe, dass nicht in diesem Tempo weiter gearbeitet wird“, so Bürgermeister Mußler weiter. „Nüchtern betrachtet ist anderthalb Jahre nichts passiert“.

Mehr zum Thema: Gemeinden wollen eWayBW-Projekt im Murgtal verhindern

Zuletzt war die Kommunikation zwischen dem zuständigen Ministerium in Sachen eWayBW, ein Pilotprojekt für elektrisch betriebenen Hybrid-Oberleitungs-Lkw auf der B462 zwischen Kupppenheim und Gernsbach, und den betroffenen Kommunen im Murgtal nicht immer spannungsfrei verlaufen.

50 Millionen Euro für 5,3 Kilometer Neubaustrecke

Das Projekt B3 Lückenschluss bei Kuppenheim steht im Bundesverkehrswegeplan 2030. Die geplante Streckenführung: Die rund 5,3 Kilometer lange Neubaustrecke zweigt von Süden kommend kurz vor der Autobahn-Anschlussstelle Rastatt Süd (bei der derzeitigen Baustraße zur Tunnel-Baustelle) ab, folgt dem Verlauf der Autobahn zwischen den Rastatter Stadtteilen Niederbühl und Förch hindurch. Danach biegt die Bundesstraße in Richtung Osten ab Richtung B462 bis zur Auffahrt Bischweier.

Die Gesamtkosten sind mit etwa 50 Millionen Euro angegeben. Allerdings sind diese Zahlen Stand 2012, dürften also heute deutlich darüber liegen.

In der Umsetzungskonzeption des Landes war der mittelbadische Lückenschluss bislang in der spätesten Kategorie eingestuft, Planungsbeginn ab dem Jahr 2025.

Auch interessant: Karsten Mussler gewinnt Bürgermeisterwahl in Kuppenheim mit 97 Prozent

Laut Ministerialdirektor Uwe Lahl, Amtschef im baden-würrtembergischen Verkehrsministerium, kann der Planungsbeginn bereits im Herbst 2020 erfolgen. „Ich freue mich über den baldigen Start des Planungsverfahrens“, wird er in der Pressemitteilung zitiert. „Wir engagieren uns gerne, wenn Kommunen durch eine Ortsumfahrung stark entlastet werden, wie dies bei der Gemeinde Kuppenheim der Fall ist.“

Rathaus-Chef Karsten Mußler bleibt skeptisch

Vor Ort wird die Ankündigung noch mit Skepsis aufgenommen: „Ich bin Optimist, aber ich bin auch vorsichtig“, verweist der Kuppenheimer Rathaus-Chef Mußler auf die Vorgeschichte.

Das Projekt war in der Priorität heruntergestuft worden, erst mit der Ansiedlung und dem Ausbau des Daimler-Presswerks war es wieder in der Dringlichkeitsliste nach oben gerutscht. „Wir sind noch in der Planungsphase“, so Mußler. „Nach meinem Kenntnisstand gibt es noch keine europaweite Ausschreibung.“