Justitia
Die modellhafte Nachbildung der Justitia steht auf dem Tisch eines Richters. | Foto: Volker Hartmann/Archiv

113.000 Euro Schaden

Prozess gegen falschen Polizisten in Tübingen

Anzeige

Immer wieder hört man von der Betrugsmasche der falschen Polizisten, auch in der Region sind Verbrecher mit diesem Trick immer wieder aktiv. In Tübingen steht eine solcher Betrüger nun vor Gericht. Der 31-jährige Haupttäter soll mit seinen Komplizen insgesamt mehr als 113.000 Euro von arglosen Senioren erbeutet haben. 

Bei dem Angeklagten handelt es sich um einen sogenannten Keiler, einen Anrufer. Bei der Betrugsmasche der falschen Polizisten verwickeln diese in der Regel alleinstehende ältere Menschen in mehrstündige Telefongespräche, um ihnen einzureden, ihr Vermögen sei durch Einbrecherbanden in ihrer Gegend bedroht. Die Betroffenen sollen dann Geld oder Wertsachen zur angeblichen Verwahrung an die Polizei übergeben.

Anrufe von der Türkei aus

Der mutmaßliche „Keiler“ soll die Telefongespräche mit den Senioren vorwiegend von einem unbekannten Ort in der Türkei aus geführt haben. Nach Angaben des Gerichts wurde er in Marokko mit internationalem Haftbefehl festgenommen. Seine fünf mutmaßlichen Komplizen agierten innerhalb der Gaunergruppe als Logistiker und «Abholer», die als angebliche Polizisten ihre Beute von den Betrugsopfern entgegennahmen. Das Landgericht Tübingen hat sie im Januar unter anderem wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs teils zu Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren verurteilt.

(dpa/lsw)