Das Amtsgericht in Heilbronn
Das Amtsgericht in Heilbronn. | Foto: Sebastian Gollnow

18-Jährige schwer verbrüht

Prozess nach „Hexenkessel“-Unfall in Eppingen

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Nach einem Zwischenfall mit einer schwer verbrühten Frau bei einem Fastnachtsumzug in Eppingen bei Heilbronn muss sich im Dezember ein Mann vor Gericht verantworten. Der Prozess sei auf den 3. und 5. Dezember terminiert, teilte das Amtsgericht Heilbronn am Freitag mit.

Dem Mitglied der Gruppe „Bohbrigga Hexenbroda“ aus dem Kraichtaler Stadtteil Bahnbrücken wird laut Anklage fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen, was mit bis zu drei Jahren Haft oder Geldstrafe bestraft werden kann. Wegen schweren Verbrennungen musste die 18-Jährige längere Zeit im Krankenhaus behandelt werden.

Mann schweigt zum Vorwurf

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der als Hexe maskierte Beschuldigte beim Fastnachtsumzug die damals 18-Jährige über einen Wurstkessel mit kochend heißem Wasser hielt. Dabei soll ihm die junge Frau entglitten und mit den Beinen in das Wasser geraten sein. Nach Angaben der Anklagebehörde vom Juli schweigt der Mann zu dem Vorwurf.

Die Polizei hatte sich bei ihren Ermittlungen auf Zeugenaussagen gestützt und auch um Fotos und Videos des nächtlichen Umzugs gebeten, um den Ablauf des Geschehens aufzuklären. Zunächst war gegen 18 weitere, zum Zeitpunkt des Unfalls ebenfalls zum Teil maskierte Mitglieder von „Bohbrigga Hexenbroda“ ermittelt worden. Das Verfahren gegen sie wurde jedoch eingestellt. Eine eindeutige Identifizierung von Beteiligten sei nicht möglich gewesen.

Der Vorfall hatte auch international für Furore gesorgt. In den sozialen Medien wurde die Hexengruppe mitunter so wüst beschimpft, dass sie keine Auskunft mehr gab und nur noch schriftlich ihr großes Bedauern über den Vorfall beteuerte.

dpa/BNN