Radfahren soll in Malsch sicherer werden und dadurch auch der Verkehr entlastet werden. Wie dies funktionieren kann, soll die Gemeindeverwaltung in einem Mobilitätskonzept herausarbeiten.
Radfahren soll in Malsch sicherer werden und dadurch auch der Verkehr entlastet werden. Wie dies funktionieren kann, soll die Gemeindeverwaltung in einem Mobilitätskonzept herausarbeiten. | Foto: dpa

Mobilitätskonzept

Rad- und Busfahren soll in Malsch attraktiver werden

Anzeige

Durch ein neues Mobilitätskonzept sollen Radfahren und die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel in Malsch attraktiver und sicherer werden – und damit mehr Bürger motiviert werden, auf umweltfreundliche Fortbewegungsmittel umzusteigen. So könnten auch die Kohlenstoffdioxid-Emissionen gesenkt werden.

Mit der Erstellung des Konzeptes hat der Gemeinderat die Verwaltung nun beauftragt. Hintergrund ist ein Antrag der Fraktion von BfU (Bürgerliste für Umweltschutz) und Grünen. Als Richtwert für die Summe, die dafür im Haushalt 2020 bereitgestellt werden sollte, gibt die Fraktion 50.000 Euro an. Das Mobilitätskonzept soll der Teil der Klimaschutzstrategie sein, die der Gemeinderat im Dezember beschlossen hatte.

Weniger Autos für mehr Lebensqualität

„Mehr als die Hälfte der CO2-Emissionen in Malsch entfallen auf den Bereich Verkehr“, begründen BfU/Grüne ihren Antrag zur Erstellung eines Mobilitätskonzeptes. „Zwar sind die Emissionen der Straßenabschnitte von B3 und A5 mit eingerechnet, trotzdem sind die Anteile der übrigen Straßen in Malsch und Teilorten erheblich und vor allem: Sie liegen in unserem Einflussbereich!“

Auch interessant: Grüne wollen 365-Euro-Ticket für Rastatter Bus-Netz

Weniger Autos auf der Straße erhöhten auch die Lebensqualität der Bürger: „Bessere Luft, weniger Lärm, mehr Platz im öffentlichen Raum und damit garantiert freie Parkplatzwahl für diejenigen, die notgedrungen auf den eigenen Pkw angewiesen sind“.

Es sollte zwingend auch auf solche Leute geachtet werden, die nicht mehr Rad fahren können.

Manfred Schwarz, Mitglied der CDU im Gemeinderat

Dass letztere in dem Mobilitätskonzept auf keinen Fall vernachlässigt werden dürften, betonte Manfred Schwarz (CDU). „Es sollte zwingend auch auf solche Leute geachtet werden, die nicht mehr Rad fahren können.“

Auch interessant: 18 Kreuzungen in Karlsruhe sind besonders gefährlich für Radfahrer

Freie-Wähler-Chef Markus Bechler unterstrich, dass ein Planungsbüro zur Unterstützung nur eingeschaltet werden sollte, wenn dies auch wirklich notwendig sei. BfU und Grüne gehen davon aus, dass man „zusätzlich auf professionelle Hilfe planerischer Art zurückgreifen“ müsse.

Hohe Fördergelder in Aussicht

Der Zeitpunkt für die Erstellung eines Mobilitätskonzeptes sei gerade günstig, erklärte Isa Weinerth vom Umweltbüro – denn es winken hohe Fördergelder von 75 bis 90 Prozent der Kosten für Kommunen, die mit ihren Projektideen punkten können. „Diese Chance sollten wir uns nicht entgehen lassen“, so Weinerth.

Um als „Modellkommune“ gefördert zu werden, müsse Malsch sich allerdings bis Mitte Mai mit konkreten Projekten bewerben. Die Umwelt-Expertin schlug vor, diesbezüglich mit den anderen Kommunen aus dem Regio-Energie-Netzwerk im Landkreis Karlsruhe und Rastatt zusammenzuarbeiten. Auch für unterstützende Planungsleistungen gibt es laut Weinerth Fördergelder, „die sich lohnen würden“.