Ein Blitzer fotografierte in Lörrach jetzt gleichzeitig eine Autofahrerin und einen Radler. Doch wer war wirklich zu schnell? | Foto: dpa

Wer war wirklich zu schnell?

Radler und Autofahrerin zusammen geblitzt

Wer war der Raser? Ein kurioser Fall hat jetzt die Polizei im baden-württembergischen Lörrach beschäftigt. Erst musste sie einen heftigen Streit zwischen einer Autofahrerin und einem Radler schlichten. Und dann auch noch den wirklich schuldigen Temposünder suchen.
Aber von Anfang an: Die Autofahrerin wurde in einer Tempo-30-Zone von einem Fahrradfahrer überholt. Just in diesem Moment löste laut Polizei der dort aufgestellte stationäre „Blitzer“ aus und fotografierte beide. Dies brachte die Autofahrerin auf die Palme, da sie sich keiner Schuld bewusst war. Sie hielt den Radler an, stellte ihn zur Rede und wollte dessen Personalien, da sie davon ausging, dass sie den Strafzettel nach Hause geschickt bekommt. Der Radler wollte allerdings nicht seinen Namen verraten, woraufhin die Frau die Polizei alarmierte. Die übernahm die Rolle des Schiedsrichters und konnte die Gemüter schließlich beruhigen. Als mutmaßlicher Temposünder gilt nach Angaben der Polizei derzeit der Radfahrer, die Auswertung der Bilder müsse jedoch noch abgewartet werden.

Generell müssen sich auch Fahrradfahrer an Tempolimits halten

„Generell müssen sich auch Fahrradfahrer an Tempolimits halten“, erklärte ein Sprecher des Landesverbands des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) auf Anfrage der BNN. Allerdings sei es – aufgrund der nicht vorhandenen Nummernschilder – meist schwierig bis unmöglich, die Temposünder auf zwei Reifen zu schnappen. „Anders sieht es aus, wenn zu schnelle Radler auf frischer Tat ertappt werden“, sagte der Sprecher. Im Gegensatz zu Kraftfahrzeugen gelte nach ADFC-Angaben für Radfahrer innerhalb geschlossener Ortschaften ohne explizites Tempolimit in der Regel keine Begrenzung. „In einer Tempo-30-Zone oder etwa in einer sogenannten Spielstraße müssen aber auch sie sich daran halten.“