Die Rheintal-Bahnstrecke bei Rastatt ist voraussichtlich noch bis Anfang Oktober gesperrt.
Bis Im Oktober gesperrt bleibt die Bahnstrecke zwischen Rastatt und Baden-Baden. | Foto: Deck

Kritik an Baufirmen

Rheintal-Bahnstrecke bis Anfang Oktober gesperrt

Die wegen des abgesackten Tunnels bei Rastatt gesperrte Rheintal-Bahnstrecke bleibt voraussichtlich bis zum 7. Oktober stillgelegt. „Die Strecke kann erst Ende September, Anfang Oktober wieder eröffnet werden“, sagte der Betriebsratschef der Deutschen Bahn (DB), Jens Schwarz, dem Radiosender hr-INFO. Das Unglück dürfe nicht der Bahn angelastet werden, sagte Schwarz weiter. Es müsse dringend nach der Verantwortung der ausführenden Baufirmen gefragt werden.

Betonplatte für Rheintal-Bahnstrecke

In Karlsruhe informierten ebenfalls Verantwortliche über den Fortgang der Arbeiten. Nach Angaben von Dirk Rompf, Vorstand Großprojekte beim DB-Tochterunternehmen DB Netz, und Klaus Pöllath, Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Tunnel Rastatt, wird nach dem Füllen des betroffenen Tunnelabschnitts mit Beton damit begonnen, die Gleise auf einer Länge von rund 150 Metern abzubauen.

Stabilisierung der Rheintalbahn in Rastatt/Niederbühl – Verfüllen der Tunnelröhre | Foto: Deutsche Bahn AG/Peetuum

Auch Oberleitungen sollen demontiert werden. Anschließend wird nach Angaben der DB-Verantwortlichen eine circa 120 Meter lange und einen Meter dicke Betonplatte gegossen. Diese soll die Tunnelröhre nach oben absichern und als Grundlage für die neuen Gleise dienen. Mit diesen Arbeiten soll gegen Ende der Woche begonnen werden.

Stabilisierung der Rheintalbahn in Rastatt/Niederbühl – Verfüllen der Tunnelröhre – Endzustand | Foto: Deutsche Bahn AG

Bahn entschädigt Kunden

Zudem kündigte der Bahn-Konzern an, er habe sich mit dem Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) dazu entschieden, die Kunden zu entschädigen. Für Abonnenten von Zeitkarten im Nah- und Fernverkehr sei für die Dauer der Sperrung eine Kompensation in Höhe von 50 Prozent vorgesehen.

Auch für den Güterverkehr gebe es Verbesserungen: Die derzeit laufende Baustelle auf der Gäubahn soll schon am 5. September beendet werden.

Rompf: Kritik an Informationspolitik nicht nachvollziehbar

Die öffentliche Kritik an der Informationspolitik der Bahn kann Rompf, Vorstandsmitglied von DB Netz, nicht nachvollziehen. Die Bahn habe sehr rasch Kontakt mit den Stadtverwaltungen und den Bürgermeistern der betroffenen Kommunen aufgenommen. „Zuallererst Rastatt, aber auch Karlsruhe, Baden-Baden und Offenburg haben wir informiert“, erklärte Rompf. Unter anderem Wolfgang Hartweg (CDU), Erster Beigeordneter der Barockstadt, hatte den Konzern in der vergangenen Woche getadelt.

Ende der Sommerferien im Blick

Nach Angaben der Bahn können die Bewohner der vier evakuierten Häuser in Rastatt Ende der Woche wieder zurückkehren.

Rompf ging auch auf das Ende der Sommerferien Anfang September ein. Die Bahn sei auf weitere Busunternehmen zugegangen, so dass in der Schulzeit die bestehenden Fahrmöglichkeiten zwischen Baden-Baden und Rastatt aufrechterhalten werden könnten.

Absacken der Gleise am 12. August

Am 12. August waren Wasser und Erdreich in eine Tunnelröhre nur knapp fünf Meter unterhalb der Bahntrasse bei Rastatt eingedrungen, die Gleise sackten ab. Seitdem ist der Zugverkehr auf dieser wichtigen europäischen Nord-Süd-Hauptstrecke zwischen Rastatt und Baden-Baden unterbrochen.

So berichtete BNN.de zuletzt über die Sperrung der Rheintalbahn: