Warten auf die Weiterfahrt: Etwa 1 500 Zugreisende sind am Samstag nach der Sperrung der Bahnstrecke zwischen Karlsruhe und Offenburg am Bahnhof Baden-Baden gestrandet. Erst nach Stunden ging es für sie mit einem Busnotverkehr weiter. | Foto: Wagner

Rheintalstrecke ist gesperrt

1.500 Zugreisende stranden am Bahnhof Baden-Baden

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Nach der Sperrung der Bahnstrecke zwischen Karlsruhe und Offenburg am Samstag sind nach Angaben der Feuerwehr zeitweise bis zu 1.500 Fahrgäste am Bahnhof Baden-Baden gestrandet. Grund für die nach wie vor bestehende Sperrung war ein technischer Defekt bei der Tunnelbaustelle in Rastatt. Nach Auskunft der Stadt hatte sich an der Stelle, an der die Gleisstrecke über die Tunnelbaustelle führt, die Erde teilweise gesenkt.

Züge aus Süden enden in Baden-Baden

Die dort installierten Sensoren meldeten diese Senkung, woraufhin die Deutsche Bahn die Strecke für Zugfahrten sperrte. Betroffen waren alle Züge in Richtung Basel und Karlsruhe. Sowohl in den Bahnhöfen Baden-Baden und Rastatt mussten die Züge stehen bleiben, in Karlsruhe und Offenburg haben sie vorzeitig gewendet.

Feuerwehr und Polizei betreuen die Menschen

Der Bahnhof in Baden-Baden füllte sich schnell mit Hunderten von Menschen. Die gestrandeten Fahrgäste warteten auf dem Vorplatz und auf den Bahnsteigen. Die Deutsche Bahn setzte zusätzliche Mitarbeiter ein, um die Reisenden zu betreuen. Auch die Baden-Badener Feuerwehr und die Polizei waren im Einsatz, um den Menschen zu helfen.

Großes Gedränge: Die Bahnsteige sind völlig überfüllt, weil für Zugreisende aus Süden die Fahrt in Baden-Baden endet. | Foto: Wagner

Die Bundespolizei erhöht ihre Präsenz

Die Bundespolizei erhöhte ebenfalls ihre Präsenz. Neben Beamten der Bundespolizeiinspektion Offenburg unterstützten Kräfte benachbarter Inspektionen sowie zeitweise ein Hubschrauber die Arbeit. Trotz teilweise überfüllter Bahnsteige und Bahnsteig-Unterführungen kam es aus Sicht der Bundespolizei zu keinen größeren Störungen und zu keiner Gefährdung der Reisenden. „Es lief alles ruhig ab. Die Menschen hatten ihr Schicksal akzeptiert“, schilderte Stadtpressesprecher Roland Seiter seine Eindrücke.

Stadt ruft den Katastropheneinsatzstab zusammen

In Baden-Baden kam der Katastropheneinsatzstab unter der Leitung von Bürgermeister Michael Geggus zusammen. Auch die Feuerwehr richtete einen Stab ein. Seiter zufolge ging es vor allem darum, nach Übernachtungsmöglichkeiten für die gestrandeten Fahrgäste zu suchen, da zunächst nicht klar war, ob alle Reisenden mit dem Busnotverkehr wegkommen würden.

Die Suche nach Übernachtungsmöglichkeiten läuft an

Der Krisenstab fragte unter anderem bei der Baden-Baden Kur & Tourismus GmbH nach Hotelkapazitäten, erhielt jedoch die Auskunft, dass es nur 35 freie Plätze gebe. Parallel arbeitete der Stab daran, in der Rheintalhalle Sandweier Notübernachtungen einzurichten. Sie waren am Ende jedoch nicht erforderlich, weil die Menschen nach und nach mit den vom Karlsruher Verkehrsverbund, der Baden-Baden-Linie und privaten Unternehmen eingesetzten Bussen weiterfuhren. Der städtische Katastropheneinsatzstab beendete seine Arbeit gegen 21 Uhr.

Die Bahnstrecke bleibt voraussichtlich ein bis zwei Wochen gesperrt

Nach Angaben der Bahn bleibt die Sperrung der Rheintalstrecke voraussichtlich ein bis zwei Wochen bestehen. Aus Richtung Offenburg verkehren die Züge bis Baden-Baden und wenden dort in die Gegenrichtung. Zwischen Baden-Baden und Rastatt gibt es einen Busnotverkehr.

Weiter geht es nur mit dem Bus: Ein Busnotverkehr ersetzt die ausgefallenen Züge. | Foto: Wagner

Ein Busnotverkehr pendelt zwischen Baden-Baden und Rastatt

Zwischen Karlsruhe und Rastatt verkehrt einen Pendelzug. Dieser fährt ab Karlsruhe Hauptbahnhof jede Stunde um 9 nach, von Rastatt jede Stunde um 34 nach. Pendler von Baden-Baden nach Karlsruhe und umgekehrt müssen sich die nächsten Tage auf Beeinträchtigungen einstellen, zumal beim Ausweichen auf das Auto die Baustelle auf der Autobahn zwischen Rastatt und Karlsruhe-Süd den Verkehr behindert.

Die Deutsche Bahn empfiehlt Reisenden, sich vor Fahrtantritt unter www.bahn.de/liveauskunft über ihre Verbindung zu informieren.