Die Rheintalbahn bei Rastatt soll bereits am 2. Oktober wieder in Betrieb genommen werden.
Die Rheintalbahn bei Rastatt soll bereits am 2. Oktober wieder in Betrieb genommen werden. | Foto: Collet

Neues Datum ist der 2. Oktober

Verkehr auf der Rheintalbahn rollt früher

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Der Verkehr auf der beschädigten Rheintalbahn bei Rastatt soll schon fünf Tage früher rollen als bisher bekannt: Die Deutsche Bahn (DB) plant aktuell, dass vom 2. Oktober an wieder Züge über die Strecke fahren, wie der Konzern jetzt mitteilte.

Der DB und den beteiligten Baufirmen sei es gelungen, den Einsatz von Personal und Maschinen zu optimieren. „In dieser schwierigen Lage zählt jeder Tag für unsere Kunden im Güter- und Personenverkehr. Daher ist es hilfreich, dass wir früher fertig werden“, wird Ronald Pofalla, Infrastrukturvorstand bei der Bahn, in einer Pressemitteilung zitiert.

Eine lange statt zwei kürzere Betonplatten für Rheintalbahn

Die Art und Weise des Wiederaufbaus der Rheintalbahn hat sich indessen verändert. „Es entstehen keine zwei, sondern eine durchgehende Betonplatte, die circa 270 Meter lang sein soll“, sagte ein DB-Sprecher auf BNN-Anfrage. Das aktuelle Wetter wirke sich nicht negativ auf die Arbeiten aus.  „Diese feuchte Witterung ist besser als pralle Sonne und Hitze, weil der Beton sonst gewässert werden müsste.“

Allerdings erklärte der DB-Sprecher, dass der frisch gegossene Beton derzeit mit Planen vor dem Regen geschützt werde müsse. Zudem sei das Wetter keine schöne Angelegenheit für die Bauarbeiter, die immer noch Tag und Nacht im Einsatz seien. Am Freitag, den 15. September, soll damit begonnen werden, den zweiten Teil der Betonplatte zu gießen.

70 zusätzliche Lokführer im Einsatz

Der DB-Konzern teilte weiter mit, dass mittlerweile rund 70 zusätzliche Lokführer – auch aus dem Ausland – im beeinträchtigten Güterverkehr im Einsatz seien, vor allem auf den Strecken über Frankreich und Süddeutschland Richtung Italien.

DB-Vorstandsvorsitzender Richard Lutz erklärte laut Pressemitteilung: „Meine Kollegen und ich stehen in regelmäßigem Kontakt mit den Eisenbahnern in der Schweiz, in Österreich und in Frankreich. Die Zusammenarbeit funktioniert, und dafür sind wir dankbar.“

Brandbrief von Bundesverband

Auf Unternehmensseite wird die Lage deutlich negativer wahrgenommen: Auch der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) hat nach eigener Aussage einen Brandbrief an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) geschrieben.

Der BGL beklagt, dass für die betroffenen Transportunternehmen und Speditionen die Kosten für Standzeiten, Umwege und Strafen wegen Verspätungen mittlerweile in die Millionen Euro gehen würden. Zudem fordert der Verband einen Notfallfonds und bittet Dobrindt, sich bei der DB für finanzielle Entschädigungszahlungen einzusetzen.

Rheintalbahn bei Emmendingen vorübergehend gesperrt

Auf der Rheintalbahn bei Emmendingen mussten Passagiere am Donnerstag, den 14. September, ebenfalls viel Geduld haben: Dort war am Morgen gegen acht Uhr wegen des Unwetters ein Baum von einem Privatgrundstück in die Oberleitung gestürzt, wie ein DB-Sprecher erklärte.

Die Strecke war nördlich von Freiburg komplett gesperrt, die Bahn richtete einen Busnotverkehr ein. „Es waren Hunderte Reisende betroffen“, sagte der Sprecher. Gegen 14 Uhr seien beide Gleise wieder freigegeben worden.