Auf zwei Jahre angesetzt ist die unter Vollsperrung geplante Sanierung der Rheinbrücke bei Speyer. Bliebe eine Spur für Pkw und Rettungsfahrzeuge offen, würde sich die Bauzeit um ein weiteres halbes Jahr verlängern.
Die Sanierung der wichtigen Salierbrücke zwischen Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg dauert mindestens bis 2022. | Foto: Werner Schmidhuber

Schadstoffe entdeckt

Salierbrücke über den Rhein bei Speyer mindestens bis 2022 gesperrt

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Die Sanierung der wichtigen Salierbrücke zwischen Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg dauert mindestens ein Jahr länger. Die Arbeiten werden voraussichtlich im Frühjahr 2022 abgeschlossen, sagte Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder am Donnerstagabend in Hockenheim.

Die giftigen Stoffe sind den Angaben zufolge zum ersten Mal bei Brückenarbeiten nachgewiesen worden. Bislang habe man den Stoff nur in Gebäuden gefunden, etwa in Fußböden oder Elektroinstallationen, sagte Walter Katzik vom federführenden Regierungspräsidium in Karlsruhe. Die Schadstoffe mussten demnach aufwendig entsorgt werden. Hinzu komme, dass die Pläne der Brücke aus den fünfziger Jahren erheblich von der Wirklichkeit abwichen.

Pro und Kontra: Ist eine zweite Rheinbrücke bei Karlsruhe die Lösung?

Die Probleme seien nicht vorhersehbar gewesen, sagte Felder. Durch die Umplanungen habe sich der Zeitplan beträchtlich verschoben. So müssen nach ihren Worten nun viele Arbeiten im Winter durchgeführt werden, was zu weiteren Verzögerungen führt. Neben der Dauer steigen auch die Kosten: Ursprünglich waren rund elf Millionen Euro für die Sanierung veranschlagt. Das Regierungspräsidium rechnet nun mit einer Summe von mindestens 16,7 Millionen Euro.

Wichtige Verkehrsachse der Rhein-Neckar-Region

Die rund 600 Meter lange Brücke bei Speyer ist eine der wichtigsten Verkehrsachsen der Rhein-Neckar-Region. In den vergangenen Jahren überquerten täglich etwa 28.000 Fahrzeuge auf ihr den Rhein. Die Arbeiten an dem Bauwerk sollten ursprünglich 26 Monate dauern.

Die Salierbrücke ist nicht der einzige Sanierungsfall in der Metropolregion. Seit Ende August ist etwa die Hochstraße Süd in Ludwigshafen wegen gravierender Schäden gesperrt. Über die einsturzgefährdete Straße waren zuvor etwa 60 000 Fahrzeuge am Tag gerollt. Die Süd-Trasse (B37) gilt mit der ebenfalls maroden Hochstraße Nord (B44) als wichtige Verkehrsader der Region.

Auch an der Karlsruher Rheinbrücke bei Maxau wird noch gearbeitet. Hier sollen die Arbeiten aber deutlich schneller beendet sein. Ab Jahresbeginn 2020 soll die Brücke wieder normal befahrbar sein – unter einer Bedingung. 

dpa/lsw