Spendenbox
Spendenbox: Besonders in der Vorweihnachtszeit werden die Bürger gebeten zu spenden. | Foto: Patrick Pleul/Illustration

Tipps für Verbraucher

Spenden in der Weihnachtszeit: Vorsicht vor falschen Wohltätern

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Wenn das „Fest der Liebe“ näher rückt, sitzt bei vielen auch der Geldbeutel etwas lockerer: Spendenaktionen haben Hochkonjunktur. Die vorweihnachtliche Großzügigkeit wird jedoch häufig von betrügerischen Spendensammlern ausgenutzt. Dann landen die Spenden nicht dort, wo Hilfe benötigt wird, sondern in den Taschen von Betrügern. Es gibt allerdings Möglichkeiten, sich vor solchen Betrügern zu schützen.

Die Bereitschaft zu Spenden ist in Deutschland hoch: Milliardenbeträge spenden die Deutschen nach Angaben der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg jährlich an wohltätige Organisationen. Unter diesen gibt es jedoch einige schwarze Schafe. Die Verbraucherzentrale gibt Tipps, wie Spender seriöse Organisationen von unseriösen unterscheiden können.

Spendenaufruf per Post: Vorsicht bei großen Emotionen

Dass Post von Spendenorganisationen im Briefkasten landet, ist nicht selten. Denn auch wohltätige Organisationen beziehen bisweilen Anschriften von kommerziellen Adresshändlern, die durch Preisausschreiben oder Versandhändler an die Daten kommen. Ungewöhnlich ist das nicht. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn in der jeweiligen Post kaum Daten und Fakten zur Organisation und der Verwendung der Spendengelder vorkommen, dafür aber umso mehr mitleiderregende Texte und Bilder. Besteht das Schreiben hingegen aus nachvollziehbaren Informationen darüber, wie die Organisation Spenden verwertet, stehen die Chancen gut, dass sie seriös ist.

Der Blick in den Jahresbericht

Der Spendenaufruf per Brief hat allerdings einen Vorteil: Er verschafft Zeit, sich in aller Ruhe näher über die Organisation zu informieren. Wichtig ist es beispielsweise, einen Blick in den Jahresbericht der Wohltätigkeitsorganisation zu werfen. Dort gibt es Informationen darüber, wofür die Spenden in der Vergangenheit verwendet wurden.

Zwischen Tür und Angel

Wer an der Haustür oder auf der Straße gezielt um eine Spende gebeten wird, steht oft – auch unbewusst – unter Zeitdruck. Nicht selten versuchen unseriöse Spendenorganisationen hier mit Bildern hungernder Kinder oder gequälter Tiere Mitleid zu erregen, um die angesprochene Person zu einer schnellen Spende zu verführen. Doch auch bei solch drastischen Bildern kann es sich um „zweckentfremdete Aufnahmen“ handeln, warnt die Verbraucherzentrale – also um Fotos, die in Wahrheit nichts zu tun haben mit dem Ort, an dem potenzielle Spendengelder tatsächlich landen. Die Verbraucherzentrale rät, hier in jedem Fall zunächst nichts zu spenden und sich zuerst in Ruhe über die betreffende Organisation schlau zu machen.

Wie viel Geld fließt in den wohltätigen Zweck?

Auch hier ist der Blick in den Geschäftsbericht wichtig. Dort sollte die Organisation klar dargelegt haben, wofür das Geld aus Spenden oder Mitgliedsbeiträgen ausgegeben wurde. Dabei sollte der Löwenanteil des Geldes – die Verbraucherzentrale spricht von 60 bis 65 Prozent – in den guten Zweck fließen. Ein Hinweis darauf, dass die Organisation seriös ist, ist die Tatsache, dass eine Organisation als gemeinnützig anerkannt ist. Spenden an solche Vereinigungen, sogenannte karitative Spenden, könne zudem in der Steuererklärung geltend gemacht werden.

Besondere Vorsicht bei Fördermitgliedschaften

Wird dem potenziellen Spender direkt eine feste Mitgliedschaft oder die regelmäßige Überweisung von Spendengeldern nahegelegt, ist besondere Vorsicht geboten. Hier sind oft unseriöse Gruppen am Werk, schreibt die Verbraucherzentrale. Oftmals lasse sich eine solche Verpflichtung auch nicht mehr innerhalb von zwei Wochen widerrufen.

Spendenwerbung im Internet

Im Internet sollten sich Spender nicht von professionell gestalteten Internetseiten blenden lassen. Auch hier ist der Blick hinter die Kulissen – oder vielmehr ins Impressum – wichtig. Dort sollte im Idealfall ein Ansprechpartner sowie eine ordentliche Adresse aufgeführt sein. Weitere Informationen kann und sollte man gegebenenfalls auch über E-Mail anfordern. Bei seriösen Anbietern sollte es kein Problem darstellen, Informationen zur Satzung, den Jahresbericht oder Prospekte zuzuschicken. Auch, was bei anderen Quellen im Netz über die jeweilige Organisation geschrieben wurde, kann interessant sein.

Spenden in den Sozialen Medien

Spendenaufrufe verbreiten sich gerade in der Weihnachtszeit auch in den sozialen Medien rasend schnell. Besonders wenn diese gespickt sind mit mitleiderregenden Bildern und einer Botschaft, die direkt ans Herz geht. Hinter diesen Spendenaufrufen können jedoch auch Shops, Vereine und Organisationen stecken, die keine wohltätigen Zwecke verfolgen. Eine nähere Betrachtung solcher Spendenaufrufe kann sich lohnen: Stehen die Informationen zur Organisation und die Belege zu deren sozialem Engagement im Vordergrund? Dann stehen die Chancen gut, dass der Spendenaufruf seriös ist. Sticht hingegen hauptsächlich die jeweilige Bankverbindung, an welche die Spenden zu überweisen sind, ins Auge, könnte es sich um einen unseriösen Spendensammler halten. In jedem Fall empfiehlt sich auch hier vor der Spende eine eingehende Recherche.

Spendengelder sollen im Idealfall dort ankommen, wo Hilfe benötigt wird und nicht die Kassen unseriöser Organisationen klingeln lassen. Mit einem gewissen Maß an Vorsicht ist dies jedoch hoffentlich zu vermeiden. Dann steht der weihnachtlichen Wohltätigkeit auch nichts mehr im Wege.