Hand steckt eine zwei Euro Münze in einen Fahrkartenautomaten
Eine Hand steckt eine zwei Euro Münze in einen Fahrkartenautomaten der Straßenbahn. | Foto: Bernd Weissbrod/Archiv

Ärger über Preisanhebung

Steigende Fahrkartenpreise auch beim KVV: Verkehrsclub will Trendwende

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Auch der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) wird zum 9. Dezember wieder seine Tarife erhöhen. Nach KVV-Angaben werden die Fahrkartenpreise im Durchschnitt um 2,7 Prozent steigen. Dies sei eine notwendige Anpassung, aufgrund höherer Kosten, die beim barrierefreien Ausbau der Haltestellen sowie für barrierefreie Bahnen und Busse anfallen, hieß es. 

Auch am 10. Dezember 2017 hatte der KVV die Preise um damals 2,37 Prozent angehoben – eine „moderate Preiserhöhung“, wie es der KVV in der zugehörigen Pressemitteilung formulierte. Nun soll, nahezu auf den Tag genau ein Jahr später, eine weitere Preiserhöhung folgen. Der Unmut unter den Fahrgästen des KVV ist groß, nicht nur wegen der höheren Ticketpreise, sondern auch, weil nach wie vor viele Fahrten, aufgrund des nach wie vor vorherrschenden Mangels an Bahnfahrern, ausfallen müssen. Der Verkehrsclub Deutschland ist jedoch der Meinung, dass es auch anders geht. Er verlangt: Die Preise im Nahverkehr müssen günstiger werden.

Verkehrsclub Deutschland: Fahrpreise müssen sinken

Die Tarife für Baden-Württembergs Busse und Bahnen müssten nach Meinung des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) jedoch günstiger werden. In den vergangenen zehn Jahren wurden die Monatstickets in den 22 Verkehrsverbünden durchschnittlich um ein Drittel teurer, hieß es vom zuständigen Landesverband des VCD am Montag auf Grundlage eigener Berechnungen. Auch die Preise für Einzeltickets seien zwischen den Jahren 2008 und 2018 um durchschnittlich 30 Prozent gestiegen. Damit mehr Menschen Bus und Bahn fahren, müssten die Fahrpreise wieder sinken.

Als einen Schritt in die richtige Richtung bezeichnete der VCD Stuttgarts Tarifreform. Damit soll das Fahren mit Bussen und Bahnen im Tarifgebiet von April 2019 an einfacher und günstiger werden. Das Land unterstützt das Vorhaben in den nächsten sechs Jahren mit bis zu 42 Millionen Euro.

Finanzielle Unterstützung vom Land möglich?

Auch für die anderen Verbünde wünscht sich der VCD Zuschüsse, damit die Fahrpreise sinken und das Angebot ausgebaut werden kann. Dies ist laut der Grünen-Landtagsabgeordneten Elke Zimmer möglich: «Auch andere Verbünde erhalten vom Land finanzielle Unterstützung, wenn sie ihre Preise um mindestens 30 Prozent senken wollen.»

Ein weiteres Finanzierungsmodell könnte zum Beispiel eine Nahverkehrsabgabe sein. «Hier kann jeder mit dem Auto weiterhin in die Stadt fahren – wenn er eine Karte für den öffentlichen Nahverkehr hat», erklärte der VCD-Landesvorsitzende für Baden-Württemberg Matthias Lieb. Der Verkehrsclub Deutschland wurde 1986 gegründet und arbeitet nach eigenen Angaben für eine umwelt- und sozialverträgliche Mobilität.

(lsw/bnn)