Theologin Margot Käßmann
Die evangelische Theologin Margot Käßmann schaut in die Kamera. | Foto: Patrick Seeger/Archivbild

Theologin Käßmann: Frührente muss attraktiver werden

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Freiburg (dpa/lsw) – Die evangelische Theologin Margot Käßmann (60) wünscht sich einen flexibleren Umgang in Deutschland mit dem Ruhestand. «Wir sollten wegkommen von den bei uns geltenden starren und absoluten Regeln, die wenig Raum für individuelle Entscheidungen geben», sagte Hannovers Ex-Bischöfin in Freiburg der Deutschen Presse-Agentur: «Wir sollten damit aufhören, das Arbeitsleben mit einem gesetzlich vorgegebenen Alter von hundert auf null zu setzen.» Menschen sollten eigenständiger und freier entscheiden dürfen, wann und wie sie im Alter Arbeitszeit reduzieren oder in Rente gehen, ohne dabei große finanzielle Einbußen befürchten zu müssen.

Käßmann lebt in Hannover und auf der Ostseeinsel Usedom. Sie ist im vergangenen Juni in Frührente gegangen. Diesen Schritt habe sie nicht bereut. Sie habe mehr Freiheit und könne sich gesellschaftlich einbringen. Im Verlag Herder in Freiburg publiziert sie nun die Monatszeitschrift «Mitten im Leben». Zudem ist sie seit Januar ehrenamtliche Botschafterin des Kinderhilfswerks Terre des Hommes.

«Ruhestand, vor allem ein früher Ruhestand, ist in Deutschland oft negativ besetzt. Er sollte aber als große Chance gesehen werden», sagte Käßmann. Er gebe älteren Menschen die Möglichkeit, sich jenseits des Arbeitslebens sozial zu engagieren. Davon profitiere die Gesellschaft. Diese müsse Ältere für das Ehrenamt stärken, auch weil Jüngere im Arbeitsleben kaum noch Zeit für solches Engagement hätten.

«Dies setzte voraus, dass Frührente und Arbeitszeitreduzierungen erleichtert und finanziell abgesichert werden, und dass Menschen freier entscheiden könnten.» Zudem müsse möglich sein, auch länger zu arbeiten, wenn dies jemand möchte und seine Erfahrung gefragt sei.