In einem verdreckten Stall hatte ein ehemals in Linx wohnender Mann seine Tiere zurückgelassen. Einige verendeten dort. | Foto: Tierhilfs- und Rettungsorganisation

Tierquälerei in der Ortenau

Strafbefehl gegen Linxer Tierhalter

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Nachdem auf einem landwirtschaftlichen Anwesen in Linx im Mai mehrere Tierkadaver gefunden worden waren, hat die Staatsanwaltschaft Offenburg nun Strafbefehle gegen den Halter der Tiere und eine mit der Pflege der Tiere betraute Person wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz beantragt.

Den mittlerweile 40 und 33 Jahren alten Männern liegt zur Last, die Tiere sich selbst überlassen und nicht ausreichend gepflegt und mit Futter versorgt zu haben, teilt die Staatsanwaltschaft mit. Dies hatte nach den Ermittlungen, in die auch Sachverständige eingezogen waren, zur Folge, dass acht Schafe, zwei Ziegen und ein Huhn nach längerer Leidenszeit verendeten.

120 Tagessätze für elf Tierleben

Die Strafbefehle wurden antragsgemäß durch das Amtsgericht Kehl erlassen. Gegen den Halter der Tiere wurde eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen verhängt. Da dieser gegen den Strafbefehl keinen Einspruch eingelegt hat, ist die Verurteilung rechtskräftig geworden. Gegen die mit der Pflege der Tiere betraute Person wurde eine Geldstrafe von 80 Tagessätzen festgesetzt. Diese hat Einspruch erhoben, sodass es aller Voraussicht nach zu einer gerichtlichen Hauptverhandlung kommen wird, heißt es.

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Mitarbeiter der Neurieder Tierhilfs- und Rettungsorganisation hatten Anfang Mai dieses Jahres in Linx mehrere Ziegen, Schafe und Hühner aus einem verlassenen Anwesen befreit. Der ehemals in Linx wohnende Halter war mit seiner Familie weggezogen und hatte die Tiere ihrem Schicksal überlassen.

„Eine Mischung aus Schrottplatz und Mülldeponie“

Bei der Rettungsaktion hatten die Helfer auch einige verendete und teilweise bereits verweste Tiere entdeckt, die überlebenden drei Hühner, acht Schafe und eine Ziege hätten sich durch „eine Matsche aus Kot und Urin“ gequält, der Stall selbst habe an „eine Mischung aus Schrottplatz und Mülldeponie“ erinnert, berichteten Helfer. Die übrigen Tiere kamen kurzfristig in Ställen in der Nachbarschaft unter und wurden dann weitervermittelt. Die Staatsanwaltschaft hatte dann im Oktober geprüft, ob ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vorliegt. Das Veterinäramt hatte derweil Kritik der Tierschützer zurückgewiesen. Diese hatten der Behörde Versäumnisse bei Kontrollen vorgeworfen.

BNN