Wolf
Ein Europäischer Wolf läuft durch das Wolfsgehege. | Foto: Sebastian Gollnow/Archiv

Öhringen/Homberg

Überfahrener Vierbeiner Wolf aus hessischem Wildpark?

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Viel spekuliert wurde bereits über den Vierbeiner, der in der Nacht zum Dienstag auf der Autobahn 6 bei Öhringen (Hohenlohekreis) überfahren wurde. Nun sieht es so aus, als ob es sich bei dem toten Tier um einen Wolf handelt, der im Januar aus einem Wildpark in Nordhessen ausgebrochen war.

Ein Sprecher des Kreises, in dem der Wildpark liegt, sagte am Mittwoch, dass diese Möglichkeit besteht. Noch ist unklar, ob der überfahrene Vierbeiner tatsächlich ein Wolf ist. «Wir halten es für sehr wahrscheinlich», sagte eine Sprecherin der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg.

Aus dem Wildpark in Hessen waren am 18. Januar zwei Wölfe aus ihrem Gehege ausgebrochen. Einer wurde aus Sicherheitsgründen im frei zugänglichen Teil des Parks erschossen, dem zweiten gelang die Flucht. Seither versuchte der Wildpark das Tier einzufangen. Eingerichtete Futterstelle zum Anlocken des Tieres habe der Wolf nicht angenommen. In Lebendfallen tappte er auch nicht.

Die Unfallstelle bei Öhringen liegt in der Nähe von mehreren Orten im Odenwald, in denen kürzlich ein Wolf gesichtet worden war. Die Entfernung zwischen dem Fundort des toten Tieres und dem Wildpark in Nordhessen beträgt etwa 280 Kilometer. «Eine solche Strecke kann ein Wolf durchaus im Laufe mehrerer Tage zurücklegen», sagte der Sprecher aus Nordhessen.

Das Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin soll den Kadaver nun untersuchen und Klarheit schaffen. Mit einem Ergebnis ist erst in einigen Wochen zu rechnen. Zuvor waren in Oppenau (Ortenaukreis) zwei Schafe gerissen worden. Auch hier müssen laut Umweltministerium genetische Untersuchungen noch bestätigen, ob ein Wolf für die Attacke verantwortlich war. Mit einem Ergebnis ist erst in einigen Wochen zu rechnen.