Zwei Jäger der versunkenen Lok: Volker Jenderny (links) vom Eisenbahnmuseum Darmstadt-Kranichstein und Horst Müller, pensionierter Lokführer,
Zwei Jäger der versunkenen Lok: Volker Jenderny (links) vom Eisenbahnmuseum Darmstadt-Kranichstein und Horst Müller, pensionierter Lokführer, | Foto: Bernd Kamleitner

Bergung im Oktober

Versunkene Lok im Rhein: Malu Dreyer wirbt um Spenden für „eine tolle Sache“

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Die Herzen von Dampflokfans schlagen höher, wenn sie an die geplante Bergung der  im Jahr 1852 im Rhein versunkenen Lok denken. Am 21. Oktober 2018 soll sie aus ihren Dornröschenschlaf im Rhein bei Philippsburg-Rheinsheim erweckt werden und wieder ans Tageslicht gehoben werden.

Malu Dreyer: Jede Spende hilft

Auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) fiebert bei dem Vorhaben mit und bittet alle Eisenbahnromantiker um Unterstützung in Form einer Spende, um das ehrgeizige Vorhaben finanzieren zu können. „Jede Spende dient dazu, dass diese Bergung eine tolle Sache wird“, formuliert die SPD-Politikerin in ihrem Aufruf.

So könnte sie aussehen: Ein Modell der im Rhein vesunkenen Lok im Maßstab 1:10.
So könnte sie aussehen: Ein Modell der im Rhein vesunkenen Lok im Maßstab 1:10. | Foto: Bernd Kamleitner

Weil die Lok auf Pfälzer Rheinseite bei Germersheim unter einer Buhne im Rheinbett liegt, gehört der Fund rein rechtlich dem Land Rheinland-Pfalz.

Teure Schatzsuche

Eine Schatzsuche kann aber ganz schön teuer werden: Die ersten 100 000 Euro für die mit Kosten von rund 500000 Euro veranschlagte Bergung und Restaurierung der vor 166 Jahren im Rhein versunkenen Dampflok aus Karlsruher Produktion haben die Organisatoren der spektakulären Aktion bereits auf dem Konto. Jetzt geht es darum, weitere Unterstützer für das ehrgeizige Vorhaben zu gewinnen.

Modell einer Gruppenfinanzierung

Um die erforderlichen Finanzmittel für die „Schatzsuche im Rhein“ wird auf Deutschlands größter Crowdfunding-Plattform Startnext geworben. Dahinter steht das Modell einer Gruppenfinanzierung. Für die Bergung der versunkenen Lok werden  nämlich Unterstützer gebraucht. Spenden sind schon ab fünf Euro willkommen.

Ab fünf Euro ist man dabei

Interessenten können sich bereits mit einem Betrag von fünf Euro beteiligen. Für 1 000 Euro kann zum Beispiel in VIP-Ticket erworben werden, um bei der Bergung der Lok am 21. Oktober 2018 auf einem Schiff auf dem Rhein live dabei zu sein. Die Lok soll nach der Bergung  für 20 Jahre als Leihgabe an das Eisenbahnmuseum Darmstadt-Kranichstein gehen. 

Unermüdlicher Lok-Jäger: Horst Müller

Einer der wesentlichen Initiatoren der Dampflok-Jagd ist der ehemalige Lokführer Horst Müller aus Cochem. Im BNN-Interview erzählt er, wie er auf das Thema kam und warum er seit Jahrzehnten nicht locker gelassen hat.

Die Lok Rhein, gebaut in der Maschinenfabrik Kessler in Karlsruhe, war bei der Überführung von Karlsruhe-Maxau nach Köln von einem Frachtensegler bei einem Unwetter am 12. Februar 1852 in den Rhein gekracht. Damalige Bergungsversuche scheiterten.

Lok Rhein ist eine Eisenbahnrarität

Nach 166 Jahren wird ein neuer Versuch gestartet. Gelingt er und kommt tatsächlich die Lok Rhein aus dem Rhein zum Vorschein, wäre das Stahlross die älteste noch erhaltene Dampflok Deutschlands – eine echte Eisenbahnrarität.