Wo liegt der Eisenbahnschatz? Noch ist unklar,ob es für die Suche nach der im Jahr 1852 im Rhein versunkenen Dampflok einen neuen Anlauf geben wird.
Wo liegt der Eisenbahnschatz? Noch ist unklar,ob es für die Suche nach der im Jahr 1852 im Rhein versunkenen Dampflok einen neuen Anlauf geben wird. Unser Bild zeigt ein Modell im Maßstab 1:10. | Foto: Bernd Kamleitner

Viele aufmunternde Zuschriften

Versunkene Lok: Wird die Suche fortgesetzt?

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Die Enttäuschung sitzt noch immer ganz tief, aber das Kribbeln, einen Eisenbahnschatz zu heben, das besteht nach wie vor. „Wir hätten eher Häme und Spott erwartet, haben aber viel Trost zugesprochen bekommen“, sagt Volker Jenderny. Außerdem habe es viele Zuschriften mit der Ermunterung gegeben, die gescheiterte Suche nach der im Jahr 1852 im Rhein versunkenen Dampflok fortzusetzen.

Wir verweigern uns dem nicht komplett

„Wir verweigern uns dem nicht komplett“, meint der „Jäger der versunkenen Lok“, der mit drei Gleichgesinnten seit fast drei Jahrzehnten nach der ältesten deutschen Dampflok fahndet, die in der Karlsruher Maschinenfabrik Kessler gebaut wurde. Eine Einschränkung gibt es schon: Bei einem neuen Anlauf wollen die vier Herren im Alter von 65 bis 74 Jahren nicht mehr in der vorderster Reihe agieren.

Zwei gescheiterte Jäger der versunkenen Lok: Volker Jenderny (links) und HOrst Müller.
Zwei gescheiterte Jäger der versunkenen Lok: Volker Jenderny (links) und HOrst Müller. | Foto: Bernd Kamleitner (Archiv)

Sollte es aber Eisenbahnfreunde geben, die die Suche noch einmal aufnehmen wollen, werde man „mit Rat und Tat zu Verfügung stehen“, meint Jenderny vom Eisenbahnmuseum Darmstadt-Kranichstein. Dort wollte man die Dampflok als Attraktion präsentieren. Eigentlich sollte der Eisenbahnschatz am Sonntag, 21. Oktober, vor laufenden TV-Kameras aus dem Rhein bei Germersheim und Philippsburg-Rheinsheim gehoben werden. Wie berichtet war die Suche jedoch am 1. Oktober eingestellt worden, weil am vermuteten Fundort unter der Buhne 527 bei Rheinkilometer 387 gar nichts auf das erhoffte Fundstück hindeutete.

Ursachenforschung nach Debakel dauert an

Wie es nach Spezialmessungen, die einen entsprechend großen Metallkörper an dieser Stelle bestätigt hatten, dazu kommen konnte, dass außer Steinen und Sand im Flussbett nichts zum Vorschein kam, das beschäftigt die Lokjäger noch immer. „An der Ursachenforschung sind wir weiter dran“, betont Jenderny. „Nicht nur wir wollen wissen, was da passiert ist!“ Noch könne er nichts dazu sagen. Erklärungen könnten „noch ein paar Wochen dauern“.

Veranstaltungen in Rheinsheim und Germersheim

Im Philippsburg-Rheinsheim, wo an diesem Sonntag bei der ursprünglichen geplanten Bergung der Lok Rhein bis zu 20 000 Besucher erwartet worden waren, wird am Wochenende trotzdem gefeiert. Die Bürgergenossenschaft Löwen will allen Helfern, die sich seit Monaten auf den Tag vorbereitet hatten, ein Dankeschön sagen. Zum Kaffee gibt es unter anderem ein „Lok-Brot“ und eine „süße Lok“, eine Art Praline, die eigens für den Tag kreiert wurde, an dem der Eisenbahnschatz am Kranhaken hängen sollte.

Sammlerstück: Für den Schweizer Markt wurde diese Modelllok auf den Markt gebracht. Sie ähnelt der im Rhein versunkenen Lok. Die hat allerdings drei Achsen, die Schweizer Ausgabe hingegen vier.
Sammlerstück: Für den Schweizer Markt wurde diese Modelllok auf den Markt gebracht. Sie ähnelt der im Rhein versunkenen Lok. Die hat allerdings drei Achsen, die Schweizer Ausgabe hingegen vier. | Foto: Frei

Auf der anderen Rheinseite fährt im Zeughaus Germersheim bei den dortigen Eisenbahnfreunden eine Lok mit dem Namen „Rhein“. Das Modell wurde für den Schweizer Markt gebaut und erinnert an zwei Dampfloks aus Karlsruhe, die am 7. August 1847 bei der Inbetriebnahme der Schweizer Nordbahn fuhren. „Es gibt etliche Loks mit dem Namen Rhein“, erläutert Jenderny. Sie sehe der gesuchten Lok ähnlich. Die Schweizer Lok habe aber vier Achsen, die im Rhein versunkene nur drei.