Aktenstapel
Stapel mit Akten. | Foto: Stephanie Pilick/Archiv

2017 knapp 48.000 Verfahren

Verwaltungsgerichte ächzen unter Vielzahl von Asylverfahren

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Die vier baden-württembergischen Verwaltungsgerichte haben weiter jede Menge mit unerledigten Klagen gegen Asylbescheide zu tun. Ende September waren 40 646 Asylverfahren offen, wie Justizminister Guido Wolf (CDU) in Stuttgart mitteilte. Die meisten unerledigten Verfahren gab es mit 14 505 in Stuttgart, an zweiter Stelle kam Karlsruhe mit 11 347 Fällen, dann Freiburg mit 8 054 Fällen und dann Sigmaringen mit 6 740. «Die Eingangszahlen im Asylbereich haben zuletzt ein Ausmaß erreicht, das uns allen vor drei Jahren noch unvorstellbar erschien.»

Um die Verwaltungsgerichte zu entlasten sollen 80 neue Richterstellen und 43 Neustellen für Servicekräfte geschaffen werden. Wenn der Landtag diesen Nachtragshaushalt beschließe, mache er den Weg frei für eine beispiellose Stärkung der Verwaltungsjustiz, der eine Stärkung der Strafgerichtsbarkeit werde folgen müssen, sagte Wolf. Mit den neuen Kollegen werde der Stau an Asylverfahren in vertretbarer Zeit abgearbeitet. «Damit verhindern wir, dass die Gerichtsverfahren zu einem Flaschenhals werden, der einer schnellen Rückführung von abgelehnten Asylbewerbern entgegensteht.» Voraussetzung sei aber auch hier, dass sich die Flüchtlingszahlen auf geringem Niveau stabilisierten.

Im Land gingen allein im Jahr 2017 knapp 48 000 Asylverfahren an den vier Gerichten neu ein – mehr als doppelt so viele wie im Jahr davor.