Flüchtling in Erstaufnahmeeinrichtung
Ein Grund für die abnehmende Zahl sei die sogenannte 3+2-Regelung, sagte ein Ministeriumssprecher: «Viele warten ab, ob sie einen Ausbildungsplatz bekommen und bleiben können.» | Foto:  Sebastian Kahnert/Archiv

Ein Grund: 3+2-Regelung

Weniger Migranten bei freiwilliger Ausreise gefördert

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Deutlich weniger Migranten sind seit 2017 mit Hilfe von Förderung freiwillig aus Baden-Württemberg ausgereist. Im vergangenen Jahr waren es 4386, die Zahl hat sich im Vergleich zu 2016 mehr als halbiert, wie das Innenministerium am Mittwoch mitteilte.

2018 gab es bis zum 30. September 1896 geförderte freiwillige Ausreisen. Die Anzahl der Abschiebungen blieb im Vergleich relativ konstant: Von 3638 (2016) sank sie leicht auf 3450 (2017) und 2364 (bis 30. September 2018).

Ein Grund sei die sogenannte 3+2-Regelung, sagte ein Ministeriumssprecher: «Viele warten ab, ob sie einen Ausbildungsplatz bekommen und bleiben können.» Anreiz, das Land freiwillig zu verlassen, bestehe für sie nicht. Die 3+2-Regelung garantiert Flüchtlingen einen Aufenthalt während einer dreijährigen Ausbildung und noch zwei Jahre danach.

Geld von Bund und Land

«Wir bewegen uns eher in Richtung Niveau vor 2015», erklärte Michael Messer in Hinblick auf die Zahlen. Er berät in Konstanz Migranten, die in ihr Heimatland zurückkehren möchten. Sie können finanziell mit Flugtickets unterstützt werden oder auch Fortbildungen zur beruflichen Qualifizierung bekommen. Das Geld kommt vor allem vom Bund und dem Land. Für die Landesförderung freiwillige Rückkehr stellt Baden-Württemberg laut Innenministerium in diesem Jahr rund 730 000 Euro bereit.

(dpa/lsw)