Panzernashorn steht in seinem Gehege
Ein Panzernashorn steht im Zoologisch-Botanischen Garten Wilhelma in seinem Gehege. | Foto: Marijan Murat

Stuttgart

Wilhelma verstärkt Engagement für weltweiten Artenschutz

Anzeige

Die Stuttgarter Wilhelma will ihr Engagement im Bereich des Artenschutzes ausbauen. Wie der Direktor des Zoologisch-Botanischen Gartens, Thomas Kölpin, am Montag in der Landeshauptstadt sagte, wolle man weiterhin verschiedene Hilfsprojekte verlässlich unterstützen. Daher plane man, dem Beispiel anderer Zoos zu folgen und einen «Artenschutz-Euro» einzuführen.

«Für diesen freiwilligen Aufschlag schlagen wir einen Euro pro Erwachsenen vor», sagt Kölpin. Bei Jahreskarten, die preislich etwa drei Tageseintritten entsprechen, schlägt die Wilhelma einen freiwilligen Aufschlag von drei Euro vor. An Kinder richte sich der Aufruf nicht.

Damit züchtet die Wilhelma nicht nur bedrohte Arten auf dem eigenen Gelände in Stuttgart, der Zoo setzt sich weltweit auch dafür ein, dass Tiere in ihren ursprünglichen Lebensräumen geeignete Lebensbedingungen vorfinden. Zu den Projekten, die unterstützt werden, zählt etwa die Nothilfe für die letzten Sumatra-Nashörner. Vor allem für diese Tiere stelle sich die Situation dramatisch dar, sagte Zoodirektor Kölpin.

Von ihnen seien nur noch weniger als 80 bekannt. «Wenn man nicht sofort, konsequent und nachhaltig eingreift, können die letzten Sumatra-Nashörner binnen kürzester Zeit unwiederbringlich von der Erde verschwunden sein», sagte Kölpin.

Ziel der Rettungsaktion sei es, alle verbliebenen Tiere aufzuspüren und sie in drei Reservate mit Zuchtstationen zu bringen. Dort bestünden reelle Chancen auf ausreichenden Nachwuchs. Um generell einen anhaltenden Effekt zu haben, müssten geschützte Lebensräume sich langfristig erholen und die Tierpopulationen über Generationen anwachsen, hieß es weiter. Daher brauchen die Trägerorganisationen eine solide Finanzierungsgrundlage, mit der sie kalkulieren können.

«Das Spendenaufkommen durch punktuelle Fundraising-Aktionen ist grundsätzlich Schwankungen unterworfen», gab Köplin zu bedenken. Insgesamt fließen Spenden an mehr als ein Dutzend Organisationen weltweit. Damit Tierarten in ihren Herkunftsregionen nicht aussterben, gehört zu jeder neuen Großanlage in der Wilhelma auch der Einsatz für ein Schutzprogramm vor Ort. So fördern die Stuttgarter seit Eröffnung des Schneeleoparden-Geheges 2018 ein Projekt des Naturschutzbundes NABU in Kirgisien. Dabei werden Patrouillen unterstützt, die gegen Wilderer vorgehen. (dpa/lsw)