Diese Aufnahme einer Fotofalle im Murgtal zeigt vermutlich den Wolfsrüden GW-852m. | Foto: FVA Baden-Württemberg

Streit um „GW852m“ geht weiter

Wolf bleibt verschont

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Schießen oder schützen? Auch nach der jüngsten Entscheidung des Bundeskabinetts geht der Wolf-Streit in Baden-Württemberg weiter. „GW852m wird nicht zum Abschuss freigegeben“, stellte jetzt eine Sprecherin des grün geführten Umweltministeriums auf Anfrage dieser Zeitung klar.

Forstminister Peter Hauk (CDU) sprach sich hingegen erneut für eine Aufnahme des Wolfs in das Jagdrecht aus.

Mit Zäunen Angriff entgegenwirken

„GW852m“, der sich dauerhaft im Nordschwarzwald aufhält, hatte unter anderem im vergangenen Jahr 40 Schafe in Bad Wildbad getötet. Auch ein Riss Anfang Mai in der Kurstadt geht auf sein Konto. „Trotzdem ist er kein Problemwolf“, betonte die Sprecherin des Umweltministeriums. „Solange er sich nicht den Menschen nähert oder über Zäune springt, die 90 oder 120 Zentimeter hoch sind, bleibt das auch so.“ Nutztierbesitzer könnten einem Angriff gut mit Zäunen entgegenwirken. Das Land unterstütze dies.

Konflikte nehmen zu

Forstminister Hauk befürchtet künftig jedoch einen Anstieg der Wolfspopulation. „Damit nehmen die Konflikte mit den Weidetierhaltern zu“, teilte er nun mit. Es müsse möglich sein, dass bundesweit auf Weideflächen Wölfe erlegt werden könnten, um die Weidetiere zu schützen. „Dazu brauchen wir die Jägerschaft und eine Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht“, so Hauk, der selbst begeisterter Jäger ist. Der Konflikt ist nicht neu. Bereits in der vergangenen Legislaturperiode waren Hauk, damals noch CDU-Oppositionsführer, und Umweltminister Franz Untersteller aneinandergeraten. In der Sache hat sich also nichts geändert – auch wenn Grüne und CDU nun eine Koalition bilden.