Schüler mit und ohne Behinderung verfolgen den Unterricht
Beim gemeinsamen Lernen von Schülern mit und ohne Behinderung gibt es nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung auch in Baden-Württemberg Fortschritte. | Foto: Fredrik von Erichsen/dpa/Symbolbild

Allerdings unter Bundesschnitt

Zahlen zur Inklusion in Schulen: Fortschritte in Baden-Württemberg

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Beim gemeinsamen Lernen von Schülern mit und ohne Behinderung gibt es nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung auch in Baden-Württemberg Fortschritte. Die Untersuchung zeigt, dass 36 Prozent der Kinder und Jugendlichen mit Förderbedarf im Schuljahr 2018/2019 an allgemeinen Schulen unterrichtet wurden.

64 Prozent der Schüler in den Jahrgangsstufen 1 bis 10 gingen auf Förderschulen. Zehn Jahre zuvor hatten nur 27 Prozent der Betroffenen gemeinsam mit anderen Schülern in allgemeinen Schulen gelernt.

Der Südwesten liegt aber weiterhin unter dem Bundesschnitt. Im vergangenen Jahr gingen deutschlandweit rund 43 Prozent der förderbedürftigen Schüler auf allgemeine Schulen. 2009 waren es noch 19 Prozent.

Zahl der Schüler mit Förderbedarf steigt stark an

In dieser Zeit stieg die Zahl der Schüler mit Förderbedarf von rund 472.000 auf knapp 545.000, während die Gesamtzahl der Schüler in den genannten Jahrgangsstufen von knapp 8 auf 7,4 Millionen sank. Die Berechnungen basieren auf Daten der Kultusministerkonferenz.

Die Bertelsmann-Stiftung sieht nach wie vor eine starke Tendenz, Schüler aus Grund- und weiterführenden Schulen auf eine Förderschule zu überweisen. Deutschland hinke insgesamt bei der Annäherung an die Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention hinterher.

In einer für die Studie durchgeführten Infratest-dimap-Befragung von Eltern schulpflichtiger Kinder bis 16 plädierten nahezu alle (94 Prozent) für gemeinsames Lernen von Kindern und Jugendlichen mit und ohne körperliche Beeinträchtigung.

Hohe Zustimmungswerte gab es auch für die Inklusion von Schülern mit Sprach- oder Lernschwierigkeiten. Lediglich die Inklusion von Kindern mit geistiger Behinderung oder mit Verhaltensauffälligkeiten im emotional-sozialen Bereich fand demnach in der Elternmeinung keine Mehrheit.

dpa