Geschreddertes Banksy-Bild
Zerschreddertes Banksy-Werk ist Publikumsmagnet in Baden-Baden. | Foto: Uli Deck

Baden-Baden

Zerschreddertes Banksy-Werk ist Publikumsmagnet

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Es war am Dienstag erstmals seit seiner aufsehenerregenden Zerstörung zu sehen: Das während eine Auktion absichtlich geschredderte Werk «Girl with Balloon» des Street-Art-Künstlers Banksy hat im Museum Frieder Burda für großen Besucherandrang gesorgt.

Im Verlauf des ersten Besuchertages entwickelte sich der Zustrom kontinuierlich, wie Museumssprecherin Ute Rosenfeld erklärte: «Es ist ein großer Appetit des Publikums da auf dieses Bild». Viele gingen geradewegs durch zu dem Raum, in dem es zu sehen ist. Bis gegen 16 Uhr seien es rund 1000 Interessierte gewesen. Trotz kostenlosem Eintritt ins Banksy-Kabinett bildeten sich keine Warteschlagen. Der Andrang am Dienstagmorgen war eher Verhalten, vor allem Mediennvertreter waren neugierig wie das Publikum auf Banksy reagieren würde.
Um 10 Uhr war das Medieninteresse vor dem Museum in Baden-Baden groß.
Um 10 Uhr war das Medieninteresse vor dem Museum in Baden-Baden bereits groß. | Foto: Kappler

Kostenloser Zutritt, Spenden möglich

In Baden-Baden ist «Girl with Balloon» alias «Love is in the Bin» umsonst zu besichtigen. Besucher dürfen aber spenden. Freiwillige Spenden der Besucher fließen im Übrigen ganz im Sinne von Banksys sozialem Engagement in die Bildung und Integration junger Flüchtlinge in Baden-Baden.

Vorträge zu Banksy teilweise ausverkauft

Das Werk wird in Baden-Baden begleitet von Vorträgen und einem Symposium. Damit soll nach Worten des Museums versucht werden, die Logik im Schaffen des anonymen Künstlers zu ergründen. Auch wolle man diskutieren, welche Auswirkung das Bild auf den aktuellen Kunstbetrieb haben werde. Ein Vortrag in der kommenden Woche über „Banksys performatives Update“, das an dem ausgestellten Werk vorgenommen wurde, sei bereits ausgebucht. Für ein Podiumsgespräch über „Banksys Attacke auf den Kunstbetrieb“ am 14. Februar im Kongresshaus gebe es nur noch wenige Karten, so Rosenfeld.

20.000 Besucher erwartet

Das Museum zeigte sich gleich am ersten Tag der Präsentation hochzufrieden. Man erwarte in den rund vier Wochen, die «Girl with Balloon» in Baden-Baden hängen wird, ein Plus von rund 20 000 Besuchern. Das Bild eines Mädchens, das einen roten Ballon steigen lässt, war während einer Kunstauktion bei Sotheby’s im vergangenen Herbst vor aller Augen mithilfe eines eingebauten Mechanismus‘ zerschnipselt worden. Eine Sammlerin hatte es kurz davor für umgerechnet knapp 1,2 Millionen Euro ersteigert.

Von der Oos an den Neckar

Seither ist es vermutlich noch mehr wert, wenn auch nur noch zur Hälfte heile und heißt «Love is in the Bin» («Die Liebe ist im Eimer»): Der obere Teil des Bildes befindet sich noch im Rahmen. Unten aus dem Rahmen heraus hängt die in Streifen zerschredderte zweite Hälfte. Es ist noch bis zum 3. März in Baden-Baden zu sehen. Danach wandert es in die Staatsgalerie Stuttgart.

Banksy – der geheime Künstler

Banksy, dessen wahre Identität unbekannt ist, hatte Bilder ins Netz gestellt, auf denen zu sehen ist, wie er den Schredder in den Rahmen baut. Die Aktion sei als Kritik am Kunstmarkt zu verstehen gewesen, sagte er. Sotheby’s feierte das zerstörte Bild dagegen als «erstes Kunstwerk der Geschichte, das während einer Auktion live entstanden» sei. Banksy habe in der Auktion kein Kunstwerk zerstört, sondern eines geschaffen.

Bis 3. März im Museum Frieder Burda Baden-Baden, Lichtentaler Allee 8b. Geöffnet Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr. www.museum-frieder-burda.de

(Mit Material von dpa/lsw und bek)