Katze
Nicht alles, was für den Menschen gut ist, ist es auch für die Vierbeiner. | Foto:  Martin Gerten

Lametta, Kerzen, Schokolade

Gefahren für Katzen und Hunde in der Weihnachtszeit

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Wenn der Stubentiger mit dem Weihnachtsbaumschmuck spielt oder der Hund Weihnachtsplätzchen stibitzt, kann das nicht nur für die Tierhalter unerfreulich sein. Im schlimmsten Fall wird das Unterfangen für die Fellnasen lebensgefährlich. Denn, was viele nicht wissen: So manch weihnachtliche Dekoration oder Leckerei ist für Haustiere giftig oder gefährlich.

Hier sollten Dosenöffner und Gassigeher besonders auf ihre Schützlinge achten:

Weihnachtliche Köstlichkeiten: Achtung giftig

Was für den Menschen schlimmstenfalls zu Hüftgold führt, kann für Hunde und Katzen sogar tödlich enden: Schokolade, Rosinen und einige Nüsse sind für die Vierbeiner giftig. In Schokolade beispielsweise steckt Theobromin, ein Stoff, der mit Koffein verwandt ist und bei den Fellnasen Übelkeit, Unruhe, Krämpfe, Durchfall und Fieber auslösen kann. Im schlimmsten Fall kann der Verzehr von Schokolade für die Tiere zum Tod führen. Besonders hoch ist der Theobromin-Gehalt in dunkler Schokolade – je höher der Kakao-Anteil, desto gefährlicher. Uns Menschen – und im Übrigen auch Ratten und Mäusen – schadet Schokolade nicht, da wir das Theobromin mithilfe spezieller Enzyme abbauen können.

In großen Mengen sind auch Rosinen und Weintrauben für Hunde und Katzen giftig. Auf keinen Fall sollten Tierhalter auch Nüsse wie Macadamia, Schwarznuss oder unreife Walnüsse an ihre Schützlinge verfüttern.

Glitzernde Weihnachtsdeko: Es ist nicht alles gut, was glänzt

Ein reich geschmückter Weihnachtsbaum lädt so manche Samtpfote zum Spielen ein.  Sehr zum Ärgernis ihrer Besitzer, die gegebenenfalls die Scherben der zu Bruch gegangenen Christbaumkugeln einsammeln müssen, bevor diese Samtpfoten oder Hundeschnauzen verletzen. Als noch gefährlicher kann sich jedoch Lametta erweisen. Die glänzenden Dekofäden enthalten giftiges Blei. Landen sie im Magen von Katzen und Hunden kann dies zu einer Vergiftung oder einem Darmverschluss führen. Auch können die scharfkantigen Metallschnüre zu inneren Verletzungen führen. Vor allem Hunde können jedoch auch größere Weihnachtsdekorationen wie Krippenfiguren verschlucken. Auch hier kann es im schlimmsten Fall zu einem tödlichen Darmverschluss kommen. Eine Vorsichtsmaßnahme könnte sein, den Baum nur im oberen Bereich zu schmücken. Viele kletterfreudige Stubentiger wird dies dennoch nicht vom ein oder anderen Kletterabenteuer abhalten.

Doch auch unter dem Weihnachtsbaum lauern Gefahren. Ähnlich wie Lametta kann auch Geschenkband leicht verschluckt werden und im schlimmsten Fall einen Darmverschluss verursachen. Im Idealfall sollten mit Geschenkband eingepackte Geschenke daher erst zur Bescherung unterm Weihnachtsbaum liegen – und die Verpackungsreste danach ebenso schnell entsorgt werden.

Advent, Advent – ein Kätzchen brennt

Weihnachten ist unweigerlich auch eine Zeit der Kerzen. Neben dem Adventskranz bevorzugen viele auch echte Kerzen auf dem Weihnachtsbaum. Doch hier ist Vorsicht geboten, denn nicht immer schätzen Haustiere die Gefahr durch Kerzenflammen richtig ein. Es drohen nicht nur versengte Schnurrhaare, sondern es kann auch schnell zum Hausbrand kommen. Wer Haustiere hat, sollte daher im Idealfall ganz auf echte Kerzen am Weihnachtsbaum verzichten und Kerzen grundsätzlich nicht unbeaufsichtigt lassen.

Gefahr unter dem Mistelzweig

In der Weihnachtszeit ziehen traditionell auch einige Pflanzen in die heimischen vier Wände ein. Weihnachtsstern, Christusdorn und Mistelzweige sehen zwar schön aus, können für Katze und Hund jedoch gefährlich werden. Besonders Katzen knabbern gerne an den Pflanzen oder trinken das Wasser aus dem Christbaumständer. Dieses ist jedoch giftig. Erste Anzeichen, dass Katzen und Hunde sich am Weihnachtsbaumwasser vergiftet haben, können Erbrechen und Appetitlosigkeit sein. Noch gefährlicher ist der beliebte Weihnachtsstern. Dieser produziert als sogenanntes Wolfsmilchgewächs den Giftstoff Euphorbin, welcher Übelkeit, Erbrechen, Krämpfe, blutigen Durchfall, Lähmungen, Leberschädigungen und Herzrhythmusstörungen auslösen kann.

Kein echtes Naturprodukt, aber ebenso giftig ist Sprühschnee. Dieser kann bereits in kleinen Mengen zu Atemnot führen und sollte in einem Haushalt mit Tieren am besten nicht zum Einsatz kommen.

Mehr Übel als Freude: Reste vom Weihnachtsessen

Auch wenn das Festessen an Weihnachten den Zweibeinern gut schmeckt: Wer seinen Vierbeinern etwas Gutes tun will, sollte darauf verzichten, ihnen Geflügelknochen oder Reste vom Gänse- oder Entenbraten vorzusetzen. Knochen werden durch das Erhitzen beim Kochen brüchig und Knochensplitter können Katze und Hund verletzen. Auch Enten- und Gänsefleisch ist für Hunde- und Katzenmägen zu fettig und oft zu stark gewürzt. Hier drohen Magen-Darm-Beschwerden.

Was tun im Fall der Fälle?

Wer feststellt, dass sein Tier etwas verschluckt oder an einer giftigen Pflanze geknabbert hat, sollte nicht lange warten und seinen Schützling sofort zum Tierarzt bringen – selbst, wenn nur der Verdacht besteht. Je früher das Tier beim Tierarzt eintrifft, desto größer sind im Zweifelsfall die Überlebenschancen. Zusätzlich können dem Tier – wenn möglich – Kohletabletten verabreicht werden. Diese sind nicht schädlich, können aber verhindern, dass sich die Giftstoffe schnell im Körper ausbreiten. Am Tierarztbesuch geht jedoch auch dann kein Weg vorbei.