Ins Visier genommen werden momentan bei Drückjagden im Land insbesondere Wildschweine, deren große Population zu teils massiven Schäden führt. | Foto: dpa

Drückjagd-Blockade in Malsch

Tierschutzpartei bekennt sich

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Bundestagskandidatin unter Aktivisten

Für viel Wirbel und heftige Diskussionen in Jägerkreisen sorgt eine Aktion von Tierschutz-Aktivisten, die massiv eine Drückjagd bei Malsch behinderten und letztlich verhinderten. Die „Blockade“ der angemeldeten Jagd wurde nach Informationen der BNN von einer Partei organisiert. Mitglieder eines Bundesarbeitskreises der Tierschutzpartei (BAK gegen Jagd und Angeln) haben sich zur „Blockade“ bekannt. Dessen Leiterin ist Patricia Kopietz aus Wimsheim, die daran teilgenommen hat, zuletzt Landtagskandidatin im Wahlkreis Pforzheim, aktuell Bundestagskandidatin und Landesgeneralsekretärin der Partei.

Gruppe schildert Blockade in einem Bericht

In einem den BNN vorliegenden Bericht von Kopietz zur Blockade bei Malsch wird das Vorgehen als notwendig und richtig dargestellt. Anliegen von sechs Aktivisten sei es gewesen, „den Waldbewohnern ein friedliches Leben zu ermöglichen“. Man lehne jede Form von Gewalt ab. Im Bericht wird geschildert, dass sich die Gruppe gegen 6 Uhr am Malscher Wald traf. Man habe dann versucht, zwischen Treiber und Wild zu kommen. „Damit die Jäger auf den Ansitzen nicht schießen können.“ Die Jagd begann. Ein Schuss sei gefallen, der aber nicht das Ziel – ein Wildschwein – traf. „Wir standen genau richtig. Weitere Schüsse waren nicht möglich“, schreibt Kopietz.

Andere Jagdgegner haben die Hochsitze zerstört

Im fraglichen Waldstück waren vor der Drückjagd Ansitze zerstört worden. Im Bericht des BAK ist hierzu zu lesen: „Zu unserer Verwunderung war es 15 bis 20 Jägern nicht möglich, auf ihren Ansitz zu steigen“. Die BAK habe damit nicht zu tun, „andere Jagdgegner“ hätten wohl die Hochsitze zerstört.
Kopietz dagegen kritisiert das Verhalten der Jägerschaft. Sie spricht von teils aggressivem Verhalten und beschwert über, dass die Aktivisten gefilmt und fotografiert worden seien. Nur deshalb habe man sich „vermummt“, um die Persönlichkeitsrechte zu wahren. Die Jägerschaft sprach dagegen von besonnenem Handeln ihrerseits, so Kreisjägermeister Thomas Maier.

Kriminalpolizei Karlsruhe ermittelt inzwischen

Stolz ist die Tierschutzpartei auf ihre Bilanz: „Gerade mal vier Schüsse, von welchen mindestens einer ein Fehlschuss war.“ Die Jäger alarmierten die Polizei, die Aktivisten wurden kontrolliert. „Die Lodenröcke hätten zu gerne gesehen, wie wir uns in einem Tumult mit der Polizei die Blöße gegeben hätten“, glaubt Kopietz. Man habe jedoch kooperiert. Sie kündigt an: „Dies war nicht die letzte Blockade, aber friedlich wird es von unserer Seite immer bleiben.“ Inzwischen ermittelt die Kriminalpolizei Karlsruhe wegen der Vorkommnisse rund um die Drückjagd. Wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums erklärte, handelt es sich bei der Jagdstörung um eine Ordnungswidrigkeit, zur Sachbeschädigung ermittle man weiter.

Hauk: Jagd ist zwingend notwendig

Den BNN gegenüber gab der für Forst und Jagd zuständige Stuttgarter Landwirtschaftsminister Peter Hauk eine Stellungnahme ab: „Ich habe kein Verständnis für Jagdgegner, die ihre Kritik durch Sachbeschädigungen zum Ausdruck bringen und dadurch Menschenleben gefährden.“ Die Jagd sei „in unserem Gemeinwesen zwingend notwendig“. Besonders die Wildschweinpopulation nehme durch den Klimawandel stark zu, große Schäden in der Landwirtschaft sowie erhöhte Seuchengefahr seien die Folge.