Schlagstark: Ricardo Walther vom Tischtennis-Bundesligisten ASV Grünwettersbach voran | Foto: GES

ASV: Ricardo Walther will mehr

Tokio im Hinterkopf

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Mit Chicago verbindet Ricardo Walther eigentlich nichts. Und doch lautet der Spitzname des Tischtennis-Nationalspielers Ricardo Walther wie die „Windige Stadt“ im Nordosten der USA. Mit Spitznamen ist das manchmal so eine Sache. Viele sind einfach nur Abkürzungen oder Verniedlichungen des eigenen Vor- oder Nachnamens. Bei Walther hat die Entstehung einen kuriosen Hintergrund. Eine Jugendtrainerin des heutigen Bundesligaspielers des ASV Grünwettersbach kam aus China und hatte mit der Aussprache von Walthers Vornamen so ihre liebe Mühe. Also wurde bei ihr aus „Ricardo“ kurzerhand „Chicago“. „Der wurde dann über die Jahre immer weiter getragen. Einige nennen mich heute noch so, aber die meisten sagen Ricardo“ betont der Rechtshänder.

Richtungsweisendes Spiel gegen TTC Bergneustadt

Man merkt: Walther will den jungen „Chicago“ hinter sich lassen und mit seinen 25 Jahren mehr Verantwortung übernehmen – ein Grund, warum sich der gebürtige Brühler in dieser Saison dem Karlsruher Bundesligisten angeschlossen hat, auch wenn es Angebote von stärkeren Teams gab, wie Walther bestätigt. „Da hätte ich dann aber vielleicht nur auf den hinteren Positionen gespielt. In Grünwettersbach passt einfach alles und mir kommt eine wichtige Rolle zu, das war für mich entscheidend“, sagt die Nummer zwei des ASV, die das familiäre Umfeld bei den Grünwettersbachern schätzt und der sich bei seinem neuen Club äußerst wohlfühlt.

Und auch mit dem bisherigen Saisonverlauf ist der Leitwolf durchaus zufrieden. Man sei auf einem guten Weg und die Chancen auf einen Play-off-Platz sind beim Tabellensechsten weiterhin da. Ein richtungsweisendes Spiel steigt am Sonntag (15 Uhr), wenn Grünwettersbach den TTC Bergneustadt empfängt. Der Club, für den Walther in der Vorsaison an die Platte gegangen war.
„Bergneustadt hat ein sehr ausgeglichenes Team. Wir sind vorne stark besetzt, auf den hinteren Positionen fehlt uns noch etwas die Erfahrung und Konstanz. Es wird eine enge Partie werden“, glaubt Walther, dem ASV-Geschäftsführer Armin Freiburger eine „starke Form“ bescheinigt. Im Pokal-Achtelfinale hatte die Mannschaft von Trainer Rade Markovic jedenfalls bereits bewiesen, dass sie Bergneustadt schlagen kann. 3:2 hieß es da am Ende.

Die Play-offs sind das Nahziel des ehrgeizigen Nationalspielers, auf internationaler Ebene blickt Walther dagegen schon weit voraus. „Die WM 2018 und die Olympischen Spiele 2020 in Tokio“ visiert der 25-Jährige an. Das gestiegene Selbstbewusstsein speist sich bei Walther aus dem Titelgewinn bei der Team-EM an der Seite von Weltklasse-Spieler Timo Boll im September. „Das war ein unglaubliches Erlebnis“, unterstreicht Walther: „Solch ein Erfolg gibt einem natürlichen Selbstvertrauen und man will mehr.“