Tiefe Einblicke in das Bergwerksleben erhalten die Besucher in der Grube Wenzel, deren Betrieb bereits 1830 wieder eingestellt wurde.
Tiefe Einblicke in das Bergwerksleben erhalten die Besucher in der Grube Wenzel, deren Betrieb bereits 1830 wieder eingestellt wurde. | Foto: pr

Bergwerke bieten Abkühlung

Unter Tage muss keiner schwitzen

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Dunkle Gänge, Wassertropfen an den Wänden, erfrischende Temperaturen zwischen sechs und zwölf Grad Celsius – nie klang das alles so verlockend wie in diesen Tagen. Deshalb geht es  unter die Erde. Mit Helm und Lampe zwischen die Gesteinsschichten abtauchen, das kann man in den Besucherbergwerken der Region. Die BNN haben die Stollen und Schächte einmal genauer unter die Lupe genommen und eine kleine Auswahl schöner Gruben in der Region zusammengestellt.

Frischglück in Neuenbürg

Die im Nordschwarzwald gelegene Stadt Neuenbürg darf stolz auf ihre bergbauliche Geschichte sein. Denn schon vor mehr als 2.500 Jahren haben die Kelten hier das stark manganhaltige Eisenerz abgebaut. Heute kann sich davon ein jeder im Besucherbergwerk „Frischglück“, dem einstigen „Königlich-Württembergischen Eisenerzbergwerk“, ein Bild machen.

Das Angebot ist vielfältig, hält neben klassischen Führungen (immer samstags, sonn- und feiertags von 11 bis 17 Uhr, außerdem im August auch donnerstags und freitags von 11 bis 15 Uhr) auch Rundgänge mit Taschenlampen und Konzepte für Firmenausflüge und Kindergeburtstage bereit. Der Eintritt beträgt sechs Euro, Kinder und Jugendliche sind ermäßigt. Infos: www.frischglueck.de.

Silbergründle Seebach wieder zugänglich gemacht

Auch wenn das Wissen über den historischen Bergbau in Seebach im Laufe der Jahrhunderte in Vergessenheit geraten ist, seit 1978 hat man hier mit vereinten Kräften vieler Freiwilliger verschüttete Stollen und Schächte wieder zugänglich gemacht. Die Bergwerksanlagen zeugen heute von einer mindestens 1.000 Jahren alten Bergbaugeschichte, die ihre Blütezeit wohl im Mittelalter erlebt haben muss.

Wer dieses Bergwerk besuchen will, der muss sich vorher unter Telefon (0 78 42) 94 83 20 oder per Mail (tourist-info@seebach.de) anmelden. Führungen finden mit Handlampen, Gummistiefeln, Regenumhängen und Helmen im August immer montags um 18 Uhr statt. Der Eintritt kostet vier Euro, Kinder unter zwölf Jahren zahlen 2,50 Euro. Ein besonderes Highlight im Jahr ist das Berkwerks- und Mühlenfest am Sonntag, 12. August, von 11 bis 18 Uhr. Weitere Informationen unter www.bergwerk-seebach.de.

Kinder erleben das Abenteuer einer Taschenlampenführung in der Grube Frischglück Neuenbürg.
Kinder erleben das Abenteuer einer Taschenlampenführung in der Grube Frischglück Neuenbürg. | Foto: pr

Hella-Glück Stollen in Neubulach lockt Besucher

Im Mittelalter wurden in Neubulach im Nördlichen Schwarzwald vor allem Silber- und Kupfererze gewonnen. Als führende Bergbaustadt beheimatete der Ort auch das Bergamt und die Bergvogtei. Ein Bergwerksverein unterhält seit 1996 den Hella-Glück-Stollen. Ab zwei Besuchern finden hier dienstags bis freitags um 14 und 15 Uhr Führungen statt. Samstags, sonn- und feiertags sind von 11 bis 16 Uhr mehrere Besichtigungen möglich. Für Gruppen ab zehn Personen empfehlen die Veranstalter eine telefonische Voranmeldung unter (0 70 53) 73 46 oder per Mail an stollen@online.de. Weitere Informationen unter www.bergwerk-neubulach.de.

Sachkundige Führungen durch die Grube Wenzel

Auch im Kinzig- und im Wolftal kann der Bergbau auf eine traditionsreiche Vergangenheit zurückblicken: In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts war hier die Blütezeit des Silberbergwerks. 1830 wurde der Bergbau allerdings schon wieder eingestellt. Unter sachkundiger Führung (Dauer etwa 1,5 Studen) kann der allgemein zugängliche Bereich auf einer Strecke von etwa 1.000 Metern besucht werden. Im August ist das täglich um 11, 13, 15 oder 17 Uhr möglich. Jeder Besucher wird mit Stiefeln, Jacke, Helm und Kopflampe ausgerüstet. Eine Entdeckertour für bis zu fünf Personen kostet 35 Euro. Anmeldungen sind unter (0 78 34) 86 83 92 erwünscht. Weitere Informationen unter www.oberwolfach.de.

„Segen Gottes“ Zeugnis aus vergangenen Tagen

Die alte Silbergrube in Haslach-Schnellingen wird selbst im Badnerlied besungen. Als Grube „Segen Gottes“ ist sie Zeugnis eines rund 800 Jahre alten Bergbaus, das auf drei Sohlen silberführende Schwer-und Flussspat-Gänge bereithält. Kristalldrusen, Sinter und Stalaktiten, wie sie sonst nur wenige Besucherbergwerke in Baden-Württemberg bieten können, lassen hier echte Höhlenromantik aufkommen. Führungen sind von Dienstag bis Sonntag um 11, 13.30 und 15.30 Uhr möglich. Voranmeldungen sind unter der Servicenummer (0 78 32) 9 12 50 des Hotels Mosers Blume im Auftrag der Stadt Haslach gewünscht. Erwachsene kosten sechs Euro Eintritt, Kinder sind ermäßigt. Weitere Informationen unter www.haslach.de.

Silberbergwerk im Suggental

Seit über 30 Jahren werden im Suggental schon die verfallenen Schächte und Stollen des Silberbergwerks freigelegt und dokumentiert. Um die Untersuchung und Beschreibung des historischen Bergbaus und seiner Einflüsse auf die Geschichte der Region hat sich ein Verein formiert, der nach Anmeldung (info@silberbergwerk-suggental.com) Gruppenführungen anbietet. Das Stollenfest findet am 6. und 7. Oktober von 13 bis 18 Uhr statt. Weitere Infos unter: www.silberbergwerk-suggental.com.

Tellurium mit vielfältigem Angebot

Im Elsass wartet der Bergbaupark Tellurium auf seine Besucher. Egal bei welchem Wetter können hier ganzjährig bei Sainte Marie aux Mines ein Panoramakino, ein optisches Theater, ein Museum und die Silbermine St. John Engelbourg besucht werden. Das Gebäude des Tellure-Parks wurde über dem unterirdischen Standort errichtet, an dem im 16. Jahrhundert zahlreiche Silberadern entdeckt wurden. Vom Silberfieber zeugen die Führungen in den größten unterirdischen Hohlraum, der im Vogesenmassiv von Menschenhand geschaffen wurde und eine Größe von 180 Quadratmetern vorweisen kann.

Im September, Oktober und November ist der Park immer dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Im August kann das Bergwerk sogar täglich von 10 bis 19 Uhr besichtigt werden. Erwachsene zahlen zwischen neun und zwölf, Kinder zwischen acht und zehn Euro Eintritt. Weitere Informationen unter www.tellure.fr/de.

Von unserer Mitarbeiterin Meike Paul