Auf der Suche nach neuen Idden: Bürgermeisterin Ute Göbelbecker (links), stellvertretende Vorsitzende Susan Bolz (Mitte) und Vorsitzende Ingrid Beele-Luppold würden gern mehr neue Formate wie den Dampfnudel-Kochkurs im vergangenen Jahr anbieten. | Foto: Manzey

Vereine

Nachfolger gesucht: Vorsitzende der Landfrauen Liedolsheim tritt 2021 nicht wieder an

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Ingrid Beele-Luppold, Vorsitzende der Landfrauen Liedolsheim, wird im kommenden Jahr nicht mehr für das Amt der Vorsitzenden kandidieren. Eine Nachfolgerin ist derzeit nicht in Sicht. Wie geht es weiter mit den Landfrauen Liedolsheim?

Im November feiern die Landfrauen Liedolsheim ihr 60-jähriges Bestehen. Eigentlich ein freudiger Anlass, doch bis dahin stehen die rund 90 Mitglieder vor großen Herausforderungen: Bei der Jahreshauptversammlung gab Vorsitzende Ingrid Beele-Luppold bekannt, im kommenden Jahr nicht mehr für das Amt der Vorsitzenden kandidieren zu wollen.

Stellvertreterin kann das Amt aus Zeitmangel nicht allein übernehmen

Den Landfrauen droht eine Krise, eine neue Chefin ist bislang nicht in Sicht. Beele-Luppolds Stellvertreterin, Susan Bolz – mit 49 Jahren das jüngste Mitglied der Landfrauen Liedolsheim – sieht sich zeitlich nicht in der Lage, ihre Nachfolge allein anzutreten. Auch die übrigen Vorstandsmitglieder wollen ihr Amt nicht weiterführen, so Beele-Luppold.

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Bürgermeisterin verweist auf Bedeutung der Landfrauen

Das Problem ist nicht unbekannt: In anderen Gemeinden mussten sich bereits Ortsvereine der Landfrauen auflösen, da sich kein Vorstand finden ließ.

Für einen Ort wie Dettenheim haben die Landfrauen mehr Bedeutung, als nur ein Verein zu sein.

Ute Göbelbecker, Bürgermeisterin in Dettenheim

Bürgermeisterin Ute Göbelbecker, selbst Landfrau, will das unbedingt verhindern. „Für einen Ort wie Dettenheim haben die Landfrauen mehr Bedeutung, als nur ein Verein zu sein“, sagt sie und verweist auf die Unterstützung der Landfrauen bei zahlreichen Veranstaltungen in der Gemeinde.

„Zu einer ländlichen Gemeinschaft gehören die Landfrauen einfach dazu“, findet auch Beele-Luppold. Sie trat 2000 in den Liedolsheimer Ortsverein ein, war erst Beisitzerin, später stellvertretende Vorsitzende. Seit Februar 2018 führt sie die Landfrauen Liedolsheim an. Von 2011 bis 2017 war sie als Vorsitzende des Kreisverbands Landkreis Karlsruhe für 22 Ortsvereine mit rund 2.300 Mitgliedern zuständig.

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Zu alt für neue Impulse?

Mit 75 Jahren findet sich Beele-Luppold aber zu alt, um den Landfrauen Liedolsheim noch neue Impulse zu geben. Eine Verjüngung sei genau das, was die Landfrauen jetzt benötigen. Dazu müsse man an verschiedenen Stellschrauben drehen, ist Susan Bolz überzeugt. Allein will und kann sie diese Aufgabe allerdings nicht stemmen, betont sie.

Jung muss aber sein.

Ingrid Beele-Luppold, Vorsitzende Landfrauen Liedolsheim

Das muss sie aber nicht: Ihren Nachfolgern stehe sie weiter mit Rat und Tat zur Seite, sagt Beele-Luppold, doch auch sie spekuliert auf mindestens eine Doppelspitze. Dieses Modell habe sich bereits im Kreisverband bewährt. „Jung muss aber sein“, macht Beele-Luppold deutlich – schon allein aufgrund des technischen Fortschritts in der Vereinsarbeit, der so manchem älteren Mitglied schwer falle.

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Auflösung des Ortsvereins soll verhindert werden

Dass sich aus den Reihen der Mitglieder niemand für das Amt der Vorsitzenden findet, ist in vielen Vereinen ein Problem. Einen Vorwurf möchte Ute Göbelbecker den älteren Landfrauen jedoch nicht machen. Sich mit der Auflösung des Ortsverein abzufinden, ist für die Bürgermeisterin jedoch auch keine Option.

Das Durchschnittsalter liege bei 70 Jahren, erklärt Beele-Luppold. Es brauche also nicht nur im Vorstand, sondern im ganzen Verein jüngeres Blut. Beele-Luppold wünscht sich, dass ihre Nachfolger den Mut finden, ausgetretene Pfade auch einmal zu verlassen, etwa mit einem Programm speziell für jüngere Frauen.

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Neue Angebote für jüngere Frauen

Gleichzeitig dürfe man die älteren Mitglieder nicht vergessen, betont sie, denn „die haben den Verein ja groß gemacht“. Ausbaufähig sind nach ihrer Ansicht etwa Kochkurse für traditionelle Landfrauen-Rezepte. „Der Erfolg gibt uns recht“, sagt sie mit Blick auf einen Dampfnudel-Workshop im vergangenen Oktober. Der sei mehr als nur gut angekommen.

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