Günter Pilarsky, Vizepräsident und wichtiger Geldgeber des KSC, rechnet mit eklatanten Folgen für den Nachwuchs, wenn der Verein in der Dritten Liga bleibt.
Günter Pilarsky, Vizepräsident und wichtiger Geldgeber des KSC,. | Foto: GES

Pilarsky zur Lage des KSC

Weil Geld eine Rolle spielt

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Vor der verabredeten Runde Golf in Costa Ballena sagt Günter Pilarsky, schon sehr gespannt darauf zu sein, was er an diesem Freitag (17 Uhr) von der Mannschaft des Karlsruher SC zu sehen bekommen wird. Der Vizepräsident und wichtige Geldgeber des Fußball-Drittligisten war am Mittwoch trotz einer lästigen Erkältung in deren Trainingslager nach Andalusien nachgereist und wird beim Test gegen Heracles Almelo, den Tabellenelften der niederländischen Ehrendivision, genau hinsehen.

Spaßeshalber habe Pilarsky den leitenden Angestellten Alois Schwartz mit Anspielung auf den 6:1-Sieg vom Dienstag über den andalusischen Drittligisten San Fernando CD schon gefragt, ob der KSC-Cheftrainer nicht einen seiner treffsicheren Stürmer entbehren könne. Schwartz will aber niemanden abgeben, sondern vor Ablauf der Winter-Transferperiode am 31. Januar wenigstens einen Offensiven noch dazu bekommen. Das hatte er in Südspanien gegenüber dieser Zeitung wiederholt.

Offenbar waren Sportdirektor Oliver Kreuzer und er bei ihrer Suche nach einem Stürmer auch fündig. Grünes Licht für dem Vollzug eines Transfers erhielten sie nicht, und den wird es angeblich nach jetzigem Stand der Dinge nicht mehr geben. „Es ist klar, dass sich die sportliche Leitung immer Verstärkungen wünscht. Aber wir haben nicht vor, tätig zu werden“, sagte der 80 Jahre alte Unternehmer Pilarsky im Gespräch mit dieser Zeitung das, was dann auch der per Auto aus dem portugiesischen Faro herüber gereiste Präsident Ingo Wellenreuther am Donnerstagnachmittag im Trainingslager-Quartier Costa Ballena bekräftigte.

Noch höheres Minus droht

Unter anderem wegen des früh in der Saison vollzogenen Trainerwechsels von Marc-Patrick Meister zu Schwartz wurde der geplante Lizenzspieleretat von offiziell rund fünf Millionen Euro doch beträchtlich überzogen. Nur etwa die Hälfte des eingeplanten Transfererlösziel (1,5 Millionen Euro) ist erreicht. Mit 11.000 Zuschauern im Schnitt plante man, 10.600 kamen zu den Heimspielen bislang. Und so weicht der KSC, dessen Präsidium den Mitgliedern im Herbst Rechenschaft über ein negatives Eigenkapital von rund drei Millionen Euro abgelegt hatte, von seinem Plan für das laufende Geschäftsjahr markant ab.

Dieses hatte der Verein mit einem prognostizierten Minus von rund 1,8 Millionen Euro angegangen. Nunmehr dürfte der Fehlbetrag eher um die drei Millionen Euro liegen. Insofern muss der Vorstand auf Ausgabendisziplin achten und auf Transfereinnahmen aus sein. Den türkischen Junioren-Nationalspieler Malik Karaahmet drängt es in die Heimat. Das Zustandekommen eines Wechsels hängt aber an der Zahlungsbereitschaft eines Interessenten.

Keine Offerte für Mehlem

Kolportiert wurde an Donnerstag in diversen Medien ein akutes Interesse des dänischen Erstligisten Odense BK an KSC-Mittelfeldspieler Marcel Mehlem. „Davon wissen wir nichts. Und wir werden ihn auch nicht abgeben“, sagt Pilarsky gegenüber den Badischen Neuesten Nachrichten. Und auch Kreuzer versichert, weder von einer Anfrage aus Odense noch von angeblichen Avancen des VfL Wolfsburg wegen Mehlem etwas zu wissen. Den 22-Jährigen bindet ein Vertrag mit Laufdauer bis 2019 an den KSC. Mehlem wird, wie Pilarsky erwartet, wichtiger Faktor des Tabellenachten bleiben. Dessen Mannschaft traut er auch in aktueller Zusammenstellung zu, das sportliche Ziel noch zu erreichen. „Es ist keinem Mannschaftsteil untersagt, Tore zu schießen“, ergänzt Wellenreuther und stachelt Abwehr- und Mittelfeldspieler an, dahingehend auffälliger zu werden.

Pilarsky: Nichtaufstieg wäre folgenschwer

Wie wichtig es wäre, dass der nach der Hinserie auf dem achten Tabellenplatz rangierende KSC der Dritten Liga am Saisonende wieder entflieht, betont Pilarsky. Ein Nichtaufstieg zöge eine eklatante Budgetkürzung für nächste Saison nach sich und würde unter anderem das Aus der U 23 zur Folge haben. „Darüber müssten wir gar nicht mehr reden. Die kostet uns schließlich etwa 470.000 Euro“, sagt Pilarsky, der sich nichts vormacht: Der Club müsse darauf hinarbeiten, sich von ihm als wirtschaftlichen Rettungsschirm zu emanzipieren.

Wellenreuther sagte in Rota, dass sein Vorstand im Sommer neue Unterstützer hinzu gewonnen hätte und dass Pilarsky eben doch für den KSC der wichtige Mann geblieben ist. Schon jetzt habe der KSC bei seinen finanziellen Überlegungen auch an den März zu denken, wenn dem Lizenzgeber DFB die wirtschaftlichen Eckdaten für eine eventuelle weitere Saison in der Dritten Liga plausibel darzulegen ist. Wellenreuther erwähnt den Geschäftsführer Helmut Sandrock, in dessen Kompetenz dieses Thema falle.