Bimmelnde Kuhglocken waren einigen Touristen in Österreich zu laut. Sie fühlten sich im Urlaub gestört. | Foto: dpa

Weil Glocken zu laut bimmeln

Wenn der Urlaub vor Gericht endet

Immer wieder schön zu lesen sind die von diversen Reiseveranstaltern gesammelten und regelmäßig veröffentlichten Beschwerden unzufriedener Urlauber. Legendär ist beispielsweise jener Feriengast, der seinen Urlaub am Meer nicht genießen konnte, weil ihm „der Strand zu sandig“ war. Auch der Spanien-Reisende, der sich darüber beschwerte, dass während der Siesta keine Geschäfte geöffnet hatten („Die Siesta sollte abgeschafft werden“), hatte sich vor seinem Urlaub offenkundig nicht ausreichend über sein Reiseziel informiert.

Rückflug dauerte zu lange

Ein englischer Tourist schrieb nach einem Jamaika-Urlaub einen bitterbösen Brief an die Fluggesellschaft und beschwerte sich darüber, dass sein Rückflug nach England neun Stunden gedauert habe, während die Amerikaner, die er im Urlaub kennenlernte, lediglich drei Stunden für ihre Heimreise benötigt hätten.

Ganz schön sandig, so ein Sandstrand.
Ganz schön sandig, so ein Sandstrand. | Foto: dpa

Wahrscheinlich gibt es auch Menschen, die sich nach einem Urlaub an der Atlantikküste über das laute Meeresrauschen, nach einer Wüstensafari über die sengende Hitze oder nach einem Aufenthalt in New York über das ununterbrochene Hupen der Taxis echauffieren.
Doch wann sind Geräusche noch zumutbar und wann gelten sie als Lärmbelästigung? Glockengeläut in Kirchen beispielsweise wird meist als angenehm empfunden, wenn es in Zusammenhang mit Weihnachten, Hochzeiten oder ähnlichen Feierlichkeiten ertönt. Eher unangenehm ist es jedoch, wenn man nachts wach liegt und alle 15 Minuten das laute Bimmeln hören muss, das einen am Ein- oder Durchschlafen hindert.

Sind Glocken zu laut für den Urlaub?

In Österreich gab es jetzt einen Gerichtsstreit, der sich mit Kuhglocken befasste. Ein Vermieter von Ferienwohnungen in der Vorarlberger Gemeinde Zwischenwasser lag mit seinem Nachbarn, einem Bauer, im Clinch, weil dessen Kühe zu laut waren – beziehungsweise deren Kuhglocken. Der Prozess zog sich endlos in die Länge; zwischenzeitlich ließ der Kläger sogar mitten im Gerichtssaal eine riesige Kuhglocke bimmeln, um das Gericht von der unzumutbaren Lautstärke zu überzeugen.
Schließlich schlug der Richter einen Vergleich vor, der auch angenommen wurde. Der klagende Vermieter wird nun die lauten Kuhglocken seines Nachbarn durch GPS-Signale (!) ersetzen. Und als nächstes wird dann wahrscheinlich den Vögeln das Zwitschern und den Grillen das Zirpen verboten.

 

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