Fährt schon im neuen Landesdesign: die Achertalbahn. Bei der Landesvereinigung Baden in Europa mit Sitz in Karlsruhe stößt das auf Kritik. | Foto: SWEG

Auch KVV im Blick

Wirbel um Kritik am Design der neuen Regionalbahnen

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Der Vorsitzende  der Landesvereinigung Baden in Europa ist zufrieden: Die Kritik des Vereins an der geplanten Einheitslackierung der Regionalbahnen zwischen Karlsruhe und Basel in Schwarz-Gelb ab dem Jahr 2020 sorgt für Schlagzeilen. „Wir haben viele Anrufe und Mails bekommen“, resümiert Robert Mürb.

Baden im Blick: Robert Mürb, Vorsitzender der Landesvereinigung Baden in Europa.
Baden im Blick: Robert Mürb, Vorsitzender der Landesvereinigung Baden in Europa. | Foto: Klaus Müller

Wie von den BNN bereits berichtet, fordert die Landesvereinigung ein badisches Gelb-Rot für die Bahnen. Die geplante einheitliche schwarz-gelbe Zuglackierung – im Landesdesign mit Staufer-Löwen – fällt für Mürb unter den in der Vergangenheit immer wieder beklagten „Stuttgarter Zentralismus“.

Landesvereinigung kritisiert „Stuttgarter Zentralismus“

Die Vielfalt der Regionen eines Bundeslandes sollte auch in den Farben und der Gestaltung der Regionalzüge in Erscheinung treten, heißt es im Schreiben an die Politiker. Sie seien eine gute Werbemöglichkeit und „viel mehr identitätsstiftend als eine landeseinheitliche Gestaltung“.

Inzwischen  durfte Mürb seine Position auch vor der TV-Kamera äußern – in einem Wagen der Achertalbahn, die bereits in dem neuen Design daherkommt. „Unmöglich“ findet Mürb das, wie er im BNN-Gespräch betont. Das Interview  ist als ein Beitrag in der TV-Sendung „Zur Sache Baden-Württemberg“ (Donnerstag, 16. Februar, 20.15 Uhr, Südwest Fernsehen) geplant.

Für ein einheitliches Landesdesign der Regionalbahnen ist Verkehrsminister Winfried Hermann (Bündnis 90/Die Grünen).
Für ein einheitliches Landesdesign der Regionalbahnen ist Verkehrsminister Winfried Hermann (Bündnis 90/Die Grünen). | Foto: Murat (dpa)

Ebenfalls zu Wort kommen soll Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne), der das einheitliche Landesdesign für die Regionalbahnen im Zusammenhang mit deutlichen Verbesserungen auf der Rheintalstrecke angekündigt hatte – und davon nicht abweichen möchte.  den  Protestbrief der Landesvereinigung hat der Minister laut Mürb noch nicht beantwortet. Die Frage, wie regional ein Zug sein muss, wird unterdessen schon als neue Badenfrage gehandelt.

Die neue Badenfrage

Mürb räumt rein, dass es durchaus wichtigere Fragen als die nach der Lackierung von Regionalbahnen gibt. Doch die Absicht des Ministers zeige wieder einmal, dass Stuttgarter Entscheidungen einfach über das Land gestülpt würden, findet der Chef der Baden-Vereinigung. Das sei nicht bürgernahe und nehme die Möglichkeit, Regionalbahnen mit einem für die jeweilige Region typischen Charakter zu gestalten.

Bei den anstehenden Gesprächen der Vereinigung mit den Landtagsfraktionen werde das Regionalbahndesign daher ein Thema sein, kündigt Mürb an.

Schwarze Front der neuen KVV-Bahnen gefällt Mürb auch nicht

Auch beim Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) will er vorsprechen: Die schwarze Front der neuen Stadtbahnen, mutmaßt Mürb, könnte ebenfalls eine Folge des neuen Stuttgarter Kurses sein.

Badener hoffen auf Mitstreiter in anderen Landesteilen

Die Badener glauben, dass sie in anderen Landesteilen Mitstreiter finden, weil das Thema das ganze Land betreffe. Man sei „sicher, dass dies auch in Franken, Hohenlohe, Oberschwaben und am Bodensee so gesehen wird“. Die geplanten Verbesserungen im Angebot des Regionalverkehrs zwischen Karlsruhe und Basel werden aber ausdrücklich begrüßt , betont Mürb.