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Messeveranstalter Christoph Hinte

Brandbrief der Messewirtschaft an Kretschmann – Forderung auch aus Karlsruhe

Die Messewirtschaft fühlt sich von der Politik im Stich gelassen. Nun fordert sie in einem dreiseitigen Schreiben Hilfe von Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Zu den Unterzeichnern gehört der Karlsruher Messeveranstalter Christoph Hinte.

Top-Messe made in Karlsruhe: Die private Messegesellschaft Hinte zeichnet auch für die Weltleitmesse Intergeo verantwortlich. Unternehmenschef Christoph Hinte fordert die Politik zum Handeln auf. Foto: Nico Herzog/Archiv

In einem dreiseitigen offenen Brief fordert die Messewirtschaft jetzt klare Rahmenbedingen, wann und wie Messen wieder stattfinden können.

„Das deutsche Messewesen liegt am Boden und mit ihm der wichtigste Konjunkturmotor der exportabhängigen deutschen Wirtschaft“, heißt es in dem Schreiben des Fachverbandes Messen und Ausstellungen (fama) an Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne).

Zu den Unterzeichnern gehört auch der stellvertretende fama-Vorsitzende Christoph Hinte. Er führt das bundesweit tätige Karlsruher Traditionsunternehmen Hinte Messe. Der Messestandort Karlsruhe ist der drittgrößte im Südwesten.

Der Lockdown droht damit zum Totengräber der deutschen Messelandschaft zu werden.
Christoph Hinte, fama-Vorstandsmitglied und Chef der Hinte-Messe

Seit fast einem Jahr gebe es für die Branche noch immer keine Öffnungsperspektive, so die Unterzeichner. „Der Lockdown droht damit zum Totengräber der deutschen Messelandschaft zu werden.“ Internationale Wettbewerber seien bereits wieder erfolgreich am Markt.

231.000 Arbeitsplätze hängen in Deutschland an Messen

An der Organisation von Messen hängen laut fama in Deutschland über 231.000 Arbeitsplätze. Das Messewesen sei wichtig, damit der deutsche Konjunkturmotor wieder anlaufen kann. Man benötige einen zeitnahen Messe-Re-Start – gerade wegen der langen Planungszeiten der Branche.

Von der Politik bräuchten auch andere Branchen diese Perspektive, weil diese vom Wirtschaftsfaktor Messe abhingen. Der fama nennt Hotellerie und Gastronomie, Logistiker, Messebauer, IT-Dienstleister, Marktforscher, Cateringbetriebe, Taxiunternehmen, Handel, Handwerk sowie ausstellende Wirtschaft.

Hilfeschrei auch aus Karlsruhe: Der Messeveranstalter Christoph Hinte gehört zu den Unterzeichnern des Brandbriefes an Winfried Kretschmann. Foto: Jörg Donecker / jodo

Messen müssten als eigenständiges Veranstaltungsformat eingeordnet werden. Man könne Besucherfrequenzen steuern, gewähre eine lückenlose Kontaktnachverfolgung und optimale Hygienebedingungen. „Andere Branchen, wie Fluggesellschaften und Profisport, haben bereits gezeigt, dass ein Re-Start auch in der aktuellen Zeit funktioniert“, betont Hinte in dem Schreiben.

„Nicht an Inzidenzzahlen knüpfen“

Umstritten dürfte vor allem die fama-Forderung sein, wonach die Öffnungsstrategie für Messen grundsätzlich nicht an Inzidenzzahlen geknüpft werden soll. „Hygienekonzepte und Stufenpläne zur Öffnung des Messewesens sind von den jeweiligen Akteuren in Zusammenarbeit mit den politischen Gremien bereits erarbeitet“, heißt es. Diese würden laufend angepasst.

Der fama hat 50 Mitglieder, die in normalen Zeiten pro Jahr rund 200 Messen, Ausstellungen und Kongresse mit 40.000 Besuchern und über vier Millionen Besuchern organisieren. Zuletzt hatte auch die Chefin der städtischen Messe Karlsruhe, Britta Wirtz, auf die Misere der Branche hingewiesen.

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