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Zutrittskontrollsysteme im Verkehrswesen

Cambaum aus Baden-Baden will auf dem europäischen Markt wachsen

Schnell soll es gehen, wenn Menschen sie passieren, aber nicht auf Kosten der Sicherheit: Zutrittskontrollsysteme für Flughäfen und Bahnhöfe sind ein Schwerpunkt des Baden-Badener Unternehmens Cambaum.

Sicherheits-Check: An einem Kontrollsystem aus dem Portfolio der Firma Cambaum wird die Identität eines Passagiers geprüft. Foto: Cambaum

Sicherheitsfragen spielen in Flughäfen und Bahnhöfen aber auch in gewerblich genutzten Immobilien und an Grenzkontrollen eine immer größere Rolle. Parallel dazu steigt die Nachfrage nach Systemen für die Zutrittskontrolle und für das Fahrgeldmanagement.

In China und auf dem asiatischen Markt sieht sich die Firma Cambaum nach eigenen Angaben als ein weltweit führender Anbieter solcher Lösungen. Jetzt will das Unternehmen mit innovativen Produkten auch in Deutschland und Europa weiter wachsen.

Der Standort in Baden-Baden dient Cambaum dabei als Sitz für die europäischen Aktivitäten.

Geräte messen automatisch Körpertemperatur

Noch ist die Belegschaft mit derzeit 23 Mitarbeitern im Gewerbepark Oos-West überschaubar. Doch die Zeichen stehen auf Wachstum. „Wir arbeiten in einer Nische, aber die Branche wächst.“ Davon ist Geschäftsführer Martin Kohmann überzeugt. So seien in China schon Geräte im Einsatz, die von den Fahrgästen, die sie passieren, automatisch die Temperatur messen. Eine Konsequenz aus der weltweiten Corona-Pandemie.

Automatisierte Kontrolle soll Sprengstoffspuren erkennen

„Die Entwicklung geht weiter“, betont Kohmann und nennt ein Beispiel: Cambaum tüftle etwa an einer Zugangslösung, die Sprengstoffspuren bei Passanten ebenfalls schon beim Passieren der Kontrolle erkennt. „Wir arbeiten daran, das an Zutrittskontrollen zu automatisieren“, erläutert Kohmann.

In Deutschland sind solche Tests vor allem am Flughafen bekannt. Bislang wird Gepäckinhalt, vor allem elektrische Geräte, noch mit einem Wischtest auf Spengstoffspuren untersucht. „Die Bedrohungslage lässt nicht nach“, meint Kohmann. Daher sieht die Firma Cambaum auch für solche Lösungen einen Markt mit Zukunft.

Spezialist für Bahnsteigabschlusstüren

Kaum verbreitet sind in Deutschland Bahnsteigabschlusstüren, wie sie Cambaum im Portfolio hat. Sie öffnen sich für Passagiere erst, wenn an der eingefahrenen Bahn die Zugtüren offen sind. Dadurch sollen Unfälle vermieden werden, betont Kohmann. Fahrgäste können nicht auf die Gleise stürzen oder gestoßen werden. In Asien seien solche Systeme Standard.

In Deutschland kennt Kohmann eine derartige Lösung von der Verbindungsbahn zwischen den beiden Terminals am Frankfurter Flughafen. Dass die Deutsche Bahn das auf ihren offenen Bahnsteigen einmal einführe, sei denkbar. Bei Metros und kleineren Zügen werde sich das in Deutschland und Europa durchsetzen, so seine Prognose: „Dann wollen wir dabei sein!“

Ohne Fahrkarte kein Zutritt zum Bahnsteig

Überhaupt geht es darum, den Passagierfluss effizient und ökonomisch zu steuern, etwa an sogenannten Knotenpunktbahnhöfen mit hohem Fahrgastaufkommen. In chinesischen Metropolen wird das auf mehreren Stockwerken abgewickelt. „Das kann man sich in Deutschland gar nicht vorstellen“, verweist Kohmann auf die Dimensionen.

Personifizierte Tickets seien dort nicht nur für den Flieger, sondern auch für die Bahn, etwa bei den Hochgeschwindigkeitszügen, Normalität. Wer keine Fahrkarte besitzt, kommt erst gar nicht auf den Bahnsteig. Bei U-Bahnen wird das in Europa auch bereits praktiziert, aber nicht mit personifizierten Tickets.

Forschung und Entwicklung in Baden-Baden

Am Standort Baden-Baden plant Cambaum Neueinstellungen. Das im Jahr 2016 bezogene Firmengebäude für Verwaltung und Produktion biete für eine wachsende Mitarbeiterzahl Reserven. Die GmbH beschäftigt an weiteren Standorten in Peking sowie der Millionenstadt Changzhou und in Hongkong insgesamt rund 250 Mitarbeiter. Zahlen zur Geschäftstätigkeit werden nicht kommuniziert.

In Baden-Baden ist unter anderem die Forschung und Entwicklung von Zugangs- und Fahrgeld-Management-Systemen ein Schwerpunkt. Vor Ort produzierte Komponenten für Flughafenlösungen werden per Luftfracht auch nach China geliefert. „Made in Germany“, so Kohmann, sei in China und in asiatischen Märkten nach wie vor ein „gutes Verkaufsargument“. Parallel profitiere der Standort Baden-Baden von Projekten in China.

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