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Halbleitermangel

Logistikbranche fordert Kostenbeteiligung von Autoindustrie

Der Chipmangel lässt nicht nur die Bänder bei den Autoherstellern, sondern auch die Laster der Transporteure stillstehen. Die fordern jetzt mehr Verständnis für ihre Situation - und eine Kostenbeteiligung.

Stillstand bei den Logistikern: Produktionsausfälle in der Autoindustrie machen auch der Transportbranche zu schaffen. Foto: dpa Foto: Marius Becker/dpa

Wenn wie derzeit wieder die Bänder bei Mercedes Benz in Rastatt teilweise stillstehen, hat das nicht nur Auswirkungen auf Tausende Daimler-Mitarbeiter.

Unter anderem ist auch die Logistikbranche angesichts der bisher üblichen Just-in-time-Produktionen betroffen – und ist jetzt mit Forderungen nach einer Kostenbeteiligung der Automobilindustrie an die Öffentlichkeit gegangen.

„Sämtliche Ausfallkosten bleiben unter dem Deckmantel produktionsbedingter Schwankungen bei den Spediteuren hängen“, klagte der europäische Speditions-Verbund Elvis am Freitag.

Die Transportwirtschaft gerate durch unangekündigte Werksschließungen und die kurzfristige Verschiebung geplanter Produktionsruhen massiv unter Druck.

Fuhrunternehmen werden vor eine unlösbare Aufgabe gestellt

Das sprunghaft wechselnde Geschäft und mit kaum Vorlauf kommunizierte Schließperioden von nur wenigen Tagen stellten die betroffenen Fuhrunternehmen vor eine unlösbare Aufgabe.

Die Folge seien kostspielige Standzeiten der Lkw, für die sich die Automobilindustrie offenbar nicht verantwortlich fühle.

Der Verband der Spedition und Logistik in Stuttgart hofft, „dass immer Dialogbereitschaft mit der Automobilbranche da ist“. Die Branche blicke auf ein sehr schwieriges Jahr „mit Aufs und Abs“ zurück, in dem auch Automobillogistiker quasi über Nacht auf Kurzarbeit umstellen mussten.

Es gebe Firmen, die zu 100 Prozent von der Automobilbranche abhingen, hier sei Diversifizierung angeraten. Spezialequipment sei aber nicht anders einsetzbar.

Ganz schwierig dürfte es aber mit der Kostenbeteiligung werden. „Den letzten beißen die Hunde“, meint Verbandsgeschäftsführer Andrea Marongiu.

Genau um diese Risiken auszulagern und Fixkosten zu flexibilisieren, setzten die Hersteller auf Auslagerungen. Zudem gebe es zu viele Anbieter, um gegenüber den Autoherstellern wirkungsvoll aufzutreten.

Nach Einschätzung von Experten ist noch keine Entspannung beim Chipmangel in Sicht, es sei im Gegenteil noch eine Verschärfung des Mangels zu erwarten. In Rastatt sollen die Unterbrechungen der Produktion aktuell noch eine Woche andauern.

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