Skip to main content

Die Rückkehr der Lkw-Legenden

Daimler-Aufspaltung: Erste historische Laster kehren heim nach Wörth

Wer 1965 im Werk Wörth gearbeitet hat, weiß noch sehr gut, dass ein Mercedes-Benz LP 608 der erste dort produzierte Lkw war. Jetzt kehrte er aus dem Großraum Stuttgart heim zu seiner Ursprungsstätte. Grund ist die Konzernaufspaltung.

Oldie but Goldie: Dieser Mercedes-Benz LP 608, Baujahr 1965, war der erste im damals neuen Werk Wörth produzierte Lkw. Jetzt kehrt er auf Dauer zurück in seine Heimat. Foto: Rake Hora

Da geht jedem Fan von historischen Brummis das Herz auf: Der legendäre Mercedes-Benz LP 608 kommt heim nach Wörth – es war der erste im damals brandneuen Werk produzierte Lastwagen.

56 Jahre später wird die Daimler AG in den Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck AG und in den Pkw-Produzenten Mercedes-Benz AG aufgehen.

Und das hat Konsequenzen für die Oldtimer: Erste historische Mercedes-Benz-Nutzfahrzeuge und Teile des Lkw- und Bus-Archivs fuhren am Donnerstag per Konvoi aus dem Großraum Stuttgart zum größten Daimler-Lkw-Werk nach Wörth, teilweise per Tieflader.

Darunter ein weiterer Hingucker: der sogenannte „Tausendfüßler“. Freunde historischer Fahrzeuge bezeichnen so einen Mercedes-Benz LP 333 – konkret aus dem Jahr 1960 –, der den Spitznamen wegen seiner zwei lenkbaren Vorderachsen verpasst bekam.

Daimler will die Sammlung historischer Exponate rund um Lastkraftwagen und Busse vor allem bei den entsprechenden Standorten unterbringen. Weitere Transfers von Archivmaterialien und Exponaten sind in den kommenden Wochen geplant. Bisher wurden die Classic-Fahrzeuge und das Archiv zentral in Stuttgart betreut.

Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart bleibt für Publikum zentraler Ort

Nach der Aufspaltung des Konzerns am 1. Dezember in zwei eigenständige Unternehmen verbleiben in Stuttgart das analoge Konzernarchiv zu übergeordneten, unternehmensweiten Themen bis eben zur Aufspaltung, außerdem das Pkw- und Van-Archiv.

Exaktes Manöver: Auch dieser Mercedes-Benz LP 333, Baujahr 1960, hat jetzt seine Heimat in Wörth. Wegen seiner zwei lenkbaren Vorderachsen wird er auch „Tausendfüßler“ genannt. Foto: Rake Hora

„Das Mercedes-Benz Museum in Stuttgart-Untertürkheim bleibt weiterhin auch für Lkw und Busse der primäre für jeden zugängliche Ort der gemeinsamen Unternehmensgeschichte“, teilt Daimler weiter mit. Und für Anhänger des Unimog ist das gleichnamige Museum in Gaggenau die erste Adresse.

Ich freue mich, dass wir den historischen Nutzfahrzeugen in unseren Truck- und Bus-Werken ein neues Zuhause geben können.
Mercedes-Benz-Truck-Manager Sven Gräble

„Ich freue mich, dass wir den historischen Nutzfahrzeugen in unseren Truck- und Bus-Werken ein neues Zuhause geben können“, sagt Mercedes-Benz-Truck-Manager Sven Gräble. Diese Zeitzeugen auf Rädern stehen nach seinen Worten für die 125-jährige Geschichte von Daimler Truck. Sie werden in direkter Nachbarschaft zur Fertigung untergebracht sein.

Die Sammlung von Daimler Truck hat es in sich: Sie umfasst 130 Fahrzeuge, von denen sich bislang etwa 30 im Großraum Stuttgart befanden. Auch Aggregate, Teile und Zubehör gehören zur historischen Kollektion.

Nicht zu vergessen das Archivmaterial von Daimler Truck: In seinen bisherigen Lagerstätten war es auf 160 Quadratmeter Lagerfläche verteilt auf mehr als 2.000 Regal-Meter über mehrere Ebenen. Nach Daimler-Angaben zählen dazu 2.600 Filmrollen und 600 Magnetbänder mit 1.000 Stunden an historischem Bewegtbild. Das älteste Exponat ist ein original Daimler Motorlastwagen aus dem Jahr 1898.

Auch ein Unimog aus dem Jahr 1946 dabei

Für alle Nutzfahrzeug-Enthusiasten hier noch ein Überblick über die ersten Fahrzeuge, die jetzt überführt wurden: Mercedes-Benz O 321 H Panoramabus (1962), Mercedes-Benz L 1500 mit Holzvergaser (1937), Unimog 70200 No. 2 (Gebr. Böhringer, 1946), Mercedes-Benz OE Dieselschlepper (1926).

Der Transport dieser Fahrzeuge wurde mit zwei Mercedes-Benz Actros und einem Unimog U530 aus dem aktuellen Produktportfolio von Mercedes-Benz Trucks durchgeführt und von einem Rallye-Unimog U400 begleitet, der bei der Paris-Dakar-Rallye im Jahr 2006 als Servicefahrzeug im Einsatz war.

nach oben Zurück zum Seitenanfang