Der Unimog von Daimler, hier auf dem Testgelände in Ötigheim unterwegs, zählt zu den Erfolgsgaranten des Konzerns. | Foto: iob

Rekord beim Lastwagen-Absatz

Daimler profitiert von seinen Lkw

Anzeige

Zeiten ändern sich. Vor etwa einem Jahr hat die Welt in der Truck-Sparte von Daimler noch ganz anders ausgesehen. Zwölf schwierige Monate lagen hinter den Mitarbeitern und dem Management des Segments – inklusive Chefwechsel. Nun, nur ein Jahr später, sind es vor allem die Lkw, die bei Daimler den Karren aus dem Dreck gezogen haben.

Rekorde bei Absatz und Umsatz

Das Geschäftsfeld Trucks legte konzernintern den größten Umsatzsprung hin, steigerte 2018 die Absatzzahlen um zehn Prozent und landete beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) als einzige Konzernsparte im Plus – sogar mit 16 Prozent. Kein Wunder also, dass die Trucks 2019 groß gefeiert werden. An die Bilanzpressekonferenz in Gaggenau schließt sich ein knapp zweitägiges Schaulaufen in den Werken der Region und auf dem Unimog Testgelände in Ötigheim an. Dort zeigen die Daimler-Boliden auf Steigungen mit 80 Prozent ihr Können, rollen über Baumstämme oder durch Flüsse.

Der Alltag des Lkw-Geschäfts findet aber auf der Straße statt. Und genau dort droht den Stuttgartern – wie dem Rest der Branche auch – Ärger. Eine drastische Verschärfung der CO2-Grenzwerte zeichnet sich ab. Kommt es so, muss die Branche „ein technisches Rätsel“ lösen, sagt Lkw-Spartenchef Martin Daum. Für tatsächlich lösbar hält er es indes nicht, zumindest nicht mit wirtschaftlich vertretbaren Maßnahmen.

Furcht vor schärferen Grenzwerten

„Die Kunden kaufen unsere Autos, um damit Geld zu verdienen“, macht Daum deutlich. Europa würde sich folglich keinen Gefallen tun, wenn dort künftig zwar umweltfreundlichere, zugleich jedoch nur erheblich teurere Lkw im Verkehr unterwegs sein dürften. Davon würden andere Märkte profitieren. Für Daimler selbst sei das gar kein so großes Problem. „Denn wir sind schon auf diesen Märkten“, so Daum. Für die Volkswirtschaft in Europa, die vom Lieferverkehr abhängig sei, hingegen schon.

Vermutlich wäre es auch für die Daimler-Werke in der Region schwierig. In Gaggenau und Wörth schlägt das Herz der Daimler-Nutzfahrzeuge. Aus Baden und der Pfalz werden Komponenten und Fahrzeuge in die ganze Welt geliefert. Über 17 000 Mitarbeiter sind hier beschäftigt. Sie trugen maßgeblich dazu bei, dass die Lkw-Sparte des Konzerns im Vorjahr über 517 000 Einheiten absetzte und Umsätze von über 38 Milliarden Euro generierte – Bestwerte laut Daum.

2019 erwartet Daimler weiter eine positive Entwicklung. In Wörth rollt ab Juni der neue Actros vom Band, die Bestelleingänge entwickeln sich laut Konzernangaben mehr als positiv. Damit es so bleibt, setzt das Management für die Zukunft auf Elektromobilität. Unter anderem soll ein Projekt im Murgtal mit dem Logistikunternehmen Schmitt zeigen, wie effektiv E-Laster sein können. Vom Erfolg hängt wohl das Wohl der gesamten Sparte ab. Und die gewinnt für Daimler weiter an Bedeutung.