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Vereinbarung zur Zukunftssicherung des Lkw-Werks

Daimler gibt in Wörth mit alternativen Antrieben Vollgas

Das Mercedes-Benz-Werk Wörth mit seinen derzeit 10.000 Beschäftigten steht vor einer grundlegenden Neuausrichtung: Unternehmensleitung und Betriebsrat haben sich nach längeren Verhandlungen auf Eckpunkte zur Weiterentwicklung des Lkw-Werks geeinigt. Im Herbst soll schon das komplette Werk auf einen Dreischicht-Betrieb umgestellt werden.

Vorreiter für die künftige Ausrichtung: Daimler setzt in Wörth auf Modelle wie den vollelektrischen Lkw eActros. Foto: Daimler Trucks and Buses Foto: Daimler Trucks and Buses

Das größte Lkw-Werk der Daimler AG in Wörth behält künftig auch bei den neuen Antriebstechnologien seine zentrale Rolle im Konzern. Weitere E-Modelle sind geplant. Kurzfristig stellt das Werk jetzt mit Serienstart des ersten vollelektrischen Lkw eActros ab Oktober sogar auf Dreischicht-Betrieb um und stellt derzeit neu ein. Diese weitreichenden Neuerungen gaben Unternehmensleitung und Betriebsrat am Donnerstag bekannt.

„Wir möchten zukünftig die Serienproduktion unserer elektrischen Lkw hier stark ausweiten und schaffen bereits jetzt die Voraussetzungen dafür“, so Sven Gräble, Leiter Mercedes-Benz Trucks Operations. In einer Betriebsvereinbarung werden auch wasserstoffbasierte Antriebe anvisiert. Der Wörther Betriebsratsvorsitzende Thomas Zwick zeigte sich überzeugt von einer langfristigen Zukunftssicherung: „Nach intensiven Verhandlungen mit der Unternehmensleitung haben wir ein starkes und tragfähiges Zukunftsbild für unser Werk vereinbart. Damit ist es uns gelungen, Beschäftigung zu sichern und bestehende Tarifverträge einzuhalten.“ Die 10.000 Beschäftigten könnten beruhigt ihren Sommerurlaub antreten.

Elektro und Wasserstoff: Produktion weiterer emissionsfreier Lkw in Wörth geplant

Neben dem Ende Juni vorgestellten eActros, der im Oktober in Wörth in Serie geht, sind dort künftig auch der Bau der Elektro-Modelle eEconic und ab 2024 die Serienfertigung des eActros LongHaul geplant. Das Auftragsvolumen beim eActros ist offenbar bereits jetzt so groß, dass das komplette Werk erstmals in seiner Geschichte auf Drei-Schichtbetrieb umgestellt wird. Ab 2027 könnten die ersten Serien-Lkw mit wasserstoffbasiertem Brennstoffzellen-Antrieb vom Band laufen.

„Ich bin stolz darauf, dass der Betriebsrat die Zusage für die Produktion der neuen Modelle in Wörth bekommen hat. Damit haben wir die Zukunft des Standorts langfristig gesichert und können die Transformation gemeinsam mit den Beschäftigten selbstbewusst mitgestalten“, so Betriebsratschef Zwick.

Das Zukunftsbild für das Mercedes-Benz Werk Wörth ist in einer Betriebsvereinbarung festgelegt mit einer Laufzeit bis Ende 2029. Die Details zur Umsetzung werden in den kommenden Monaten zwischen Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertretern weiter ausgearbeitet.

Daimler will in Wörth weiter investieren

Daimler Truck will demnach in den kommenden Jahren weiter „substantiell“ in den Standort investieren, fordert aber auch die Unterstützung aus öffentlicher Hand. Für die anstehende Transformation des Standorts inklusive Umbau der Produktion würden erhebliche Mittel benötigt. Die Daimler Truck AG habe bei der Bundesregierung einen Antrag im Rahmen der Förderung der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien eingereicht, in dem auch der Umbau am Standort Wörth mit einbezogen sei.

Nach Darstellung Gräbles spielt Wörth weiterhin eine zentrale Rolle: „Wörth wird zum Dreh- und Angelpunkt für den Transport der Zukunft im Produktionsnetzwerk Mercedes-Benz Lkw.“ Für die Produktion von Lkw mit alternativen Antrieben werden am Standort Wörth neue Montageprozesse eingeführt, 2000 Mitarbeiter wurden bereits in E-Technik weiterqualifiziert. Die gesamte Fabrik soll ab kommendem Jahr nur noch Strom aus erneuerbaren Energien beziehen.

Verhandlungen über Ausrichtung auch in Gaggenau

Auch in den Mercedes-Benz Werken in Gaggenau, Mannheim und Kassel sind Unternehmensleitung und Betriebsrat derzeit in Gesprächen über die zukünftige Ausrichtung der Standorte. Die Gespräche seien bereits weit fortgeschritten, eine Einigung solle baldmöglichst erreicht werden, hieß es am Donnerstag.

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