VOR ALLEM AUF DEM BAU läuft es nach wie vor gut, berichtet die Handwerkskammer Karlsruhe. Probleme haben hingegen etliche Handwerksbetriebe, die Zulieferer für die Automobilindustrie sind oder direkt ins Ausland exportieren. | Foto: dpa

Kritisch bei Zulieferern

Den meisten Handwerkern in der Region geht es gut

Anzeige

Eigentlich geht es den meisten Handwerksbetrieben in der Region nach wie vor gut. Der Umsatz ist stabil, die Auftragslage ordentlich. Von „vorsichtigem Optimismus“ spricht denn auch Handwerkskammer-Pressesprecher Alexander Fenzl. Anders sieht das Bild bei den Zulieferern aus.

Den meisten Handwerksbetrieben in der Region geht es nach wie vor gut – und so dürfte es auch bleiben. 16,4 Prozent der Unternehmen meinen, dass sich ihre Geschäftslage verbessern wird. Nur 18,7 Prozent rechnen mit einer schlechteren Situation für ihren Betrieb. 64,9 Prozent prognostizieren Stabilität.

Dies ist das Ergebnis der Konjunkturumfrage, die die Handwerkskammer Karlsruhe jetzt vorgelegt hat. Die Branche sei insgesamt „vorsichtig optimistisch für 2020“, teilt Handwerkskammer-Pressesprecher Alexander Fenzl mit. Im Bezirk gibt es 19.000 Handwerksbetriebe.

Knapp 40 Prozent der Handwerker mit einem Umsatzplus

Im letzten Quartal 2019 seien die Umsätze im Handwerkskammerbezirk insgesamt relativ stabil geblieben. Laut Fenzl meldeten 38,9 Prozent der Betriebe ein Umsatzplus, während 17,5 Prozent von rückläufigen Erlösen sprachen.

Mehr zum Thema: Bildungsakademie für Handwerker wird Karlsruhe wohl verlassen

„Die Binnenwirtschaft, getragen von einer positiven Arbeitsmarktlage, sowie das Baugewerbe waren die Zugpferde mit nach wie vor gut ausgelasteten betrieblichen Kapazitäten“, so Fenzl weiter. 73,4 Prozent aller befragten Betriebe bezeichneten ihre Geschäftslage für die letzten drei Monate des vergangenen Jahres als gut. „Schlecht“ urteilten 7,5 Prozent.

Wartezeiten bei Baufirmen von bis zu vier Monaten

Neben dem Bauhandwerk ging es laut der Auswertung vor allem dem Kfz-Gewerbe, aber auch dem Gesundheits- und Nahrungsmittelhandwerk gut. „Aus dem Bauhauptgewerbe meldeten 85,7 Prozent der Betriebe eine gute Geschäftslage. 14,3 Prozent waren zufrieden“, so Fenzl weiter. Nach seinen Worten müssen die Kunden mit Wartezeiten von bis zu vier Monaten rechnen.

Mehr zum Thema: Handwerker denken zunehmend digitaler

Ähnlich sei es im Ausbauhandwerk, wo die Aufträge im Durchschnitt für 15 Wochen reichten. 92,3 Prozent der Befragten meldeten eine gute Geschäftslage und 7,7 Prozent sind zufrieden.
Anders sieht es teilweise bei den Handwerksbetrieben aus, die überwiegend für Geschäftskunden arbeiten oder direkt ins Ausland liefern.

26,6 Prozent der Zulieferer in schwieriger Situation

Zulieferer sind hier ein Beispiel. Hier meldeten 46,7 Prozent eine gute Geschäftslage. Fenzl: „Mit 26,6 Prozent ist aber auch jedes vierte Unternehmen in einer schwierigen Situation.“

Zum Kammerbezirk gehören die Stadt und der Landkreis Karlsruhe, die Stadt Pforzheim und der Enzkreis, der Landkreis Calw sowie die Stadt Baden-Baden und der Landkreis Rastatt.