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Börse in Frankfurt

Ende der Geldflut und Delta-Variante - Dämpfer für Dax

Die DAX-Kurve im Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt. Foto: Boris Roessler/dpa

Die Rekordjagd am deutschen Aktienmarkt könnte demnächst fürs Erste vorbei sein. War der Leitindex Dax noch vor wenigen Tagen erstmals über 16.000 Punkte geklettert, so fand er sich wenig später 400 Punkte schwächer auf dem niedrigsten Stand seit etwa zwei Wochen wieder.

Die Furcht vor einem nahenden Ende des billigen Geldes in den USA, die Delta-Variante des Coronavirus und Turbulenzen in China könnten den Investoren zunächst weiter abschrecken.

An diesem Freitag endete eine eher schwache Börsenwoche mit leichten Kursgewinnen. Der Leitindex Dax schloss 0,27 Prozent höher bei 15.808,04 Punkten, hat jedoch auf Wochensicht gut ein Prozent verloren.

Mit Spannung dürften Anleger in der neuen Woche auf den kleinen Ort Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming schauen. Dort treffen sich ab Donnerstag führende Notenbanker zum jährlichen geldpolitischen Austausch und Ausblick. „Gerne haben US-Notenbankchefs diese Konferenz zum Anlass genommen, um eine Wende in ihrer Geldpolitik anzukündigen“, schrieb Volkswirt Cyrus de la Rubia von der Hamburg Commercial Bank.

Die Marktakteure hofften, zu erfahren, wie der Zeitplan der US-Notenbank Fed für einen Ausstieg aus der extrem lockeren Geldpolitik aussieht.

Angesichts der Ungewissheit rund um die Geldpolitik der Fed könnten Anleger also ihr Pulver trocken halten. Hinzu kommen steigende Corona-Infektionszahlen in vielen Teilen der Welt. Hierzulande steigt die Sieben-Tage-Inzidenz ebenfalls rasch. Die steigenden Ansteckungszahlen belasteten die wirtschaftlichen Perspektiven, sagte Volkswirt Carsten Mumm von der Privatbank Donner & Reuschel. Lieferengpässe und stark steigende Kosten für Logistik, Vorprodukte und Rohstoffe bremsten zudem die industrielle Produktion.

Zudem sorgt Chinas Regierung immer wieder für Turbulenzen. Zuletzt erklärte Staatspräsident Xi Jinping, die hohen Wohlstandsunterschiede im Land ausgleichen zu wollen. Extrem hohe Einkommen sollen reguliert und angepasst werden, hieß es aus Peking - ohne nähere Details. Anleger verabschiedeten sich daraufhin auf breiter Front von Aktien von Autoherstellern und Luxusgüterkonzernen. „Diese erzielen einen Großteil ihrer Umsätze im Reich der Mitte und profitierten in den vergangenen Jahren vom gestiegenen Wohlstand der chinesischen Konsumenten“, schrieb Analyst Bastian Ernst von der Berliner Weberbank. Aktien deutscher Autohersteller hatten jüngst starke Kursverluste verzeichnet.

Beim Blick auf die Konjunkturagenda der neuen Woche dürften sich die Anleger am meisten für das vom Ifo-Institut erhobene Geschäftsklima für Deutschland (Mittwoch) sowie gleich zu Wochenbeginn für die europäischen und amerikanischen Stimmungsdaten aus der Industrie und dem Dienstleistungssektor interessieren. Die steigenden Corona-Zahlen sowie Lieferengpässe in der Industrie dürften die Daten beeinflussen.

Mit dem Ticketvermarkter CTS Eventim, dem Arzneihersteller Dermapharm (beide am Dienstag) und dem Immobilienkonzern Aroundtown (am Mittwoch) legen zudem noch einige Nachzügler der Berichtssaison ihre Geschäftszahlen vor.

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