US-Notenbank Fed
Hauptsitz der US-Notenbank Federal Reserve (Fed). | Foto: Pablo Martinez Monsivais

Reaktion auf Trump-Kritik

Fed-Chef hält moderate Zinserhöhungen weiter für angemessen

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Jackson Hole (dpa) – Der Chef der US-Notenbank Federal Reserve, Jerome Powell, hat eine Fortsetzung der moderaten Leitzinserhöhungen in den USA in Aussicht gestellt. Beim traditionellen Notenbanker-Treffen in Jackson Hole (Bundesstaat Wyoming) betonte er, er glaube, dies sei der richtige Kurs.

Powell reagierte damit auch auf Kritik aus dem Weißen Haus. US-Präsident Donald Trump hatte mehrmals erklärt, er könne die Zinserhöhungen der Federal Reserve nicht verstehen. Trump befürchtet, dass der auch durch Steuer-Stimuli bedingte Boom der US-Wirtschaft abgewürgt werden könnte.

Es gebe derzeit keine Anzeichen für «ein erhöhtes Risiko der Überhitzung», sagte Powell und fügte hinzu: «Das sind gute Nachrichten.» Die Inflation habe den Bereich um die Zielmarke von zwei Prozent erreicht, es sei jedoch keine klaren Hinweise für die Annahme, dass das Tempo der Preissteigerung zunehme.

Der US-Wirtschaft stellte der führende Notenbanker ein gutes Zeugnis aus. «Die Wirtschaft ist stark. Die Inflation ist nahe unserem Zwei-Prozent-Ziel und die meisten Menschen, die einen Job suchen, finden einen», sagte Powell. Die Notenbank werde alles tun, um einen starken Arbeitsmarkt und eine moderate Preissteigerung aufrecht zu erhalten.

«Meine Kollegen und ich glauben, dass dieser graduelle Prozess der Normalisierung der angemessene bleibt», sagte Powell. Einkommen und Arbeitsmarkt zeigten sich weiter stark. Die US-Notenbank hatte noch unter der Leitung von Powells Vorgängerin Janet Yellen im Jahr 2015 damit begonnen, den Leitzins schrittweise nach oben zu treiben. Zuvor hatte es über einen Zeitraum von fast zehn Jahren keine Zinsanhebungen gegeben. Nach der Finanzkrise 2008 verfolgte die Notenbank praktisch eine Null-Zins-Politik.

Das alljährliche Treffen in Jackson Hole gilt als eine der wichtigsten informellen Veranstaltungen in der internationalen Notenbanker-Szene. Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, ist in diesem Jahr nicht angereist.