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Starkes Wachstum

Firma Spaes: Badische Experten für Helikopter und Jets

Sie rüsten Flugzeuge zu fliegenden Intensivstationen um und sorgen dafür, dass vom Helikopter aus schwer zugängliche Bäume gefällt werden können. Auch Notfall-Alarmmeldungen bringen die Spezialisten der Spaes GmbH & Co. KG direkt in die Kopfhörer der Piloten. Das kleine Unternehmen will nun die weltweite Expansion.

Holzarbeiten per Hubschrauber: Die Karlsruher Firma Spaes sorgt dafür, dass das Arbeitsgerät sicher funktioniert. Foto: Wucher / Karl-Rudolf Huber

Sie rüsten Flugzeuge zu fliegenden Intensivstationen um und sorgen dafür, dass vom Helikopter aus schwer zugängliche Bäume gefällt werden können. Auch Notfall-Alarmmeldungen bringen die Spezialisten der Spaes GmbH & Co. KG direkt in die Kopfhörer der Piloten. Das Karlsruher Unternehmen ist bislang für 50 Kunden tätig, vor allem in Deutschland, Österreich und in der Schweiz. „Wir wollen eine weltweite Expansion“, sagt Geschäftsführender Gesellschafter Joachim Schanz. Aktuell gebe es eine Anfrage aus Mexiko. „Es ist Wachstum da.”

Schon für einen neuen Lack am Flugzeug braucht man eine Genehmigung

Bislang entwickelt und konstruiert das Spaes-Team vor allem für seine Kunden und kümmert sich um die Zulassung. Bei Helikopter und Flugzeug geht es um Sicherheit. Schon wenn ein neuer Lack aufgetragen wird, brauche man eine Genehmigung, verdeutlicht Schanz.

Künftig soll sein Unternehmen allerdings für die Luftfahrtbranche auch produzieren dürfen. Der Antrag ist gestellt, wobei es aus Kapazitätsgründen vor allem um Biege- und Montagearbeiten gehen wird. Schanz zieht einen Vergleich mit der Kfz-Branche: Wer neu entwickelte Felgen ans Auto schrauben will, braucht eine TÜV-Zulassung. „Wir sind quasi Felgen-Entwickler und wollen künftig auch Felgenhersteller sein“, sagt Schanz. Bislang kümmert sich Spaes vor allem um Hubschrauber und sieht nun weitere Chancen im Flugzeug-Segment.

Der Ingenieur Schanz ist auch Fluggerätemechaniker und kam letztlich über seine Leidenschaft fürs Hubschrauber-Fliegen in die Branche. Die Zahl der Spezialisten sei in Europa überschaubar. „Da kennt eigentlich jeder jeden“, sagen Schanz und sein Mit-Gründer Joachim Kies im Gespräch mit dieser Zeitung. Vor allem der Bedarf für individuell entwickelte und gefertigte Produkte zur Luftrettung sei steigend, sagt er zu den Chancen für Spaes. Die Aufträge würden aber oft kurzfristig erteilt. Das fordere Flexibilität an seine hoch spezialisierten Mitarbeiter.

Dank Spaes wurde auch die „Mosaik-Arktis-Expedition” des Forschungsschiffes Polarstern möglich. Die dazu gehörenden Hubschrauber brauchten aus Sicherheitsgründen weitere Scheinwerfer. Foto: Mario Hoppmann/Alfred-Wegener-Institut Mario Hoppmann

Ende dieses Jahres plant der Unternehmer mit zwölf fest angestellten Mitarbeitern – im vergangenen Jahr waren es noch sechs. Der Umsatz ist zuletzt auf 620.000 (2018: 312.000) Euro gestiegen. „Wir peilen nun die Millionengrenze an.“

Spaes arbeitete auch fürs Forschungsschiff „Polarstern”

Ein Referenzprojekt, auf das Schanz und Kies besonders stolz sind, ist die „Polarstern“ mit ihrer „Mosaic-Arktis-Expedition“. Teil des Forschungsschiffes sind drei Hubschrauber, die – aus Sicherheitsgründen – jeweils mit einem zusätzlichen Such- und Landescheinwerfer ausgestattet werden mussten.

Andere Beispiele: Für einen Hubschrauber, der mit einer Säge an Strom- und Sessellifttrassen Bäume kappt, kümmerte sich Spaes um eine Kraftbegrenzung. Bei den Arbeiten darf auf keinen Fall die Hubschrauber-Hülle samt dahinter liegendem Tank beschädigt werden.

Leidenschaft für die Luftfahrt: Spaes-Chef Joachim Schanz. Foto: pr

Die Boeing 747 für einen Kunden in Saudi-Arabien als fliegende Intensivstation; der Ausbau zweier Learjets zu Ambulanzfliegern für einen polnischen Auftraggeber; abwerfbare Notsender für Helikopter, die zu Windparks oder Bohrinseln fliegen – all das waren oder sind derzeit Aufträge für Spaes. Und einem reichen Kunden gefielt das Interieur seines gekauften Hubschraubers nicht. Darauf hin wurde die Innenausstattung nach seinen Wünschen umgestaltet. Hier war Spaes für Entwicklung und Zulassung tätig.

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