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Große Nachfrage

Forster Markisenhersteller Klaiber wird von der Sonne verwöhnt

Die Corona-Krise hat vielen Menschen gezeigt, was sie an Haus und Garten haben. Etliche verreisen auch nicht - und wollen es sich daher zu Hause noch schöner machen. Davon profitiert der Beschattungsspezialist Klaiber aus Forst.

Neuartiges Allwetterdach aus Glas: Die Forster Firma Klaiber hat Teile der Technik patentieren lassen. Einmalig sei, dass das Sonnenschutztuch mit seiner Mechanik nicht wie ein Fremdkörper aufgesetzt ist. Mit solchen Innovationen will das Familienunternehmen weiter wachsen. Derzeit habe man ein prozentual zweistelliges Umsatzwachstum. Foto: Frei

Der Fachhändler aus der Ortenau steht im Showroom der nordbadischen Klaiber Sonnen- und Wetterschutztechnik GmbH (Forst) und lässt sich die neuesten Modelle vorführen. „Die Leute sitzen im Garten und suchen Schatten“, sagt er glücklich. Anders ausgedrückt: Seine Geschäfte boomen.

Wie den Landschaftsgärtnern, Poolbauern und Baumarkt-Betreibern geht es auch der bundesweit aktiven Klaiber-GmbH prima. „Wir haben ein prozentual zweistelliges Umsatzplus im Vergleich zum Frühjahr 2019. Und das war auch schon gut“, sagt Firmenchef Ralf Klaiber auf Anfrage dieser Zeitung.

Dies liege mit an Corona, ist er überzeugt. Denn durch die Pandemie hätten viele Menschen ihren Urlaub gestrichen „und wollen es sich zu Hause schön machen“. Hinzu komme der langfristige Trend zu hochwertigem Sonnen- und Wetterschutz im Garten.

Die 1977 gegründete Firma Klaiber biete dafür individuell gefertigte Produkte. „Wir sind am Anschlag“, sagt der Unternehmer zur Auftragslage. Sein 100-köpfiges Team ziehe dabei sehr gut mit. Man werde weiter einstellen.

Die Auslastung könnte ausgezeichnet bleiben

Die Auslastung könnte ausgezeichnet bleiben. Grund dafür sind aus Klaibers Sicht zwei Produktinnovationen, die er seinen Fachhändlern noch vor der Corona-Pandemie bei einer Hausmesse im Ostallgäu präsentiert hat. Klaiber sagt’s und schreitet durch seinen neu gestalteten Showroom. Dann nennt er technische Details.

Ralf Klaiber lobt seine Mannschaft gerade in diesen Zeiten mit ihrer hohen Nachfrage Foto: Klein

Patentiert ist beispielsweise das Anschlussprofil eines Glasdachs, das mit Unebenheiten an der Hauswand klar komme. Das passende Sonnenschutztuch ist nicht wie ein Fremdkörper aufgesetzt. „Der Laie muss zweimal hinschauen, wo die Beschattung ist. Das Tuch wird relativ flach über dem Glas geführt“, erklärt Klaiber. Ein solches System sei bislang einmalig.

„Alle anderen müssen aufständern.“ Der Unternehmer freut sich zudem über den German Design Award für das Produkt.

Pergolamarkise dient dank neuartiger Strafftechnik auch als Regenschutz

Zum Patent angemeldet ist die ausgefeilte Strafftechnik einer neuen Pergolamarkise. „Sie kann dadurch als Sonnen- und als Regenschutz verwendet werden“, erläutert Klaiber, der auch hier Marktpotenzial sieht.

Im Trend seien vor allem hochwertige Produkte. „Die Leute wollen die Technik im Hintergrund haben. Die Hauptsache ist: Es muss funktionieren.“ 2019 erlöste das eigenkapitalstarke Familienunternehmen netto 19,8 Millionen Euro. Für dieses Jahr geht Klaiber von einem Wert von über 22 Millionen Euro aus. Zum Ergebnis äußert sich der Unternehmer grundsätzlich nicht.

Die Klaiber-Technik für Balkon, Terrasse, Fassade und die Teile für Pavillons und Glasdächer sind relativ sperrig. Um die Qualität zu sichern, fahre man bundesweit mit eigenen Lkw zu den Fachhandelspartnern.

Auch in Luxemburg sorgen die Nordbadener für Schatten. Klaiber sagt, er wolle sich weiterhin auf sein Kerngeschäft konzentrieren und beispielsweise nicht zusätzlich Schirme ins Sortiment aufnehmen. „Wir wollen uns nicht verzetteln.“

Digitalisierung in den Werkshallen

Der 59-Jährige, der auch als Hauptsponsor des Karlsruher SC bekannt ist, hat noch viel vor mit seinem Unternehmen: Voraussichtlich ab August/September sollen Endkunden ihre Beschattungs-Lösung individuell am Computer konfigurieren können – viele kennen das bereits vom Autokauf. Das Ziel: Der Fachhändler ordert entsprechend – mit Auswirkung direkt auf die Maschinen in den Klaiber-Werkshallen.

Durch die Digitalisierung ließe es sich schneller und rationeller herstellen, zeigt sich Klaiber überzeugt.

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