Skip to main content

Insolvenz wegen Corona-Lockdown

Hotelkette Star Inn gibt auf: Drei-Sterne-Haus in Karlsruhe macht dicht

Die Hotelkette Star Inn schließt wegen Insolvenz ihre sieben verbliebenen Häuser dauerhaft. In Karlsruhe ist das Star Inn Hotel an der Siemensallee betroffen.

Das Star Inn Hotel Karlsruhe zählt zu den sieben Häusern der Kette, die nun geschlossen werden. Foto: Star Inn Hotels Deutschland GmbH

Der Corona-Lockdown trifft die Hotelbranche hart. Nun zeigen sich die ersten Konsequenzen. Die Star-Inn-Gruppe gibt sieben Hotels in Bremen, Frankfurt, Heidelberg, Karlsruhe, Stuttgart, Regensburg und Unterschleißheim auf. „Sie bleiben auch über das Ende der Corona-Pandemie hinaus geschlossen“, teilten die Insolvenzverwalter der Kanzlei Schultze & Braun am Mittwoch mit.

Die Star-Inn-Gruppe hatte für ihre beiden Gesellschaften Star Inn Hotels Deutschland GmbH mit Sitz in Karlsruhe und Star Inn Hotels Bayern GmbH Anfang Dezember Insolvenzanträge gestellt und eine Sanierung in Eigenverwaltung beantragt.

Am 1. März eröffnete das Amtsgericht Karlsruhe das Insolvenzverfahren. „Aufgrund der pandemiebedingt nicht kalkulierbaren Zukunftsaussichten wurde die Eigenverwaltung beendet und das Verfahren in ein Regelinsolvenzverfahren überführt“, heißt es in der Mitteilung von Schultze & Braun.

Keinen Investor gefunden

Die Gruppe hätte sich zuletzt intensiv um den Einstieg eines Investors bemüht, der alle oder einzelne Häuser übernehmen und fortführen kann. Aufgrund der pandemiebedingten Schließungsverfügungen und der unklaren Zukunftsaussichten für die gesamte Branche habe sich jedoch kein Interessent gefunden.

„Weder Vermieter noch Investoren können die Situation derzeit kalkulieren. Weil auch die beantragten staatlichen Hilfen zunächst nicht flossen und unmittelbar vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens abgelehnt wurden, war es nicht möglich, die Investorensuche über den Februar hinaus fortzusetzen. Der Hotelkette haben nach Wochen der Schließung schlicht die Mittel dafür gefehlt“, wird Insolvenzverwalter Tobias Hirte in der Mitteilung zitiert.

Sein Kollege Holger Blümle sagte demnach: „Die langen Wartezeiten, insbesondere auf die Novemberhilfen, und die unsicheren Bedingungen sind für Unternehmen in der Krise nicht kalkulier- und zumutbar. Hierdurch werden auch eigentlich erhaltungsfähige Unternehmen massiv gefährdet.“

120 Mitarbeiter bekommen die Kündigung

Rund 120 Mitarbeitern werde nun gekündigt. Drei weitere Häuser der Hotelkette, zwei in München und eines in Dresden, seien kurz vor dem Insolvenzantrag an eine andere Gesellschaft verkauft worden.

Die Insolvenzverwalter kündigten an, diese Übertragungen im Laufe des Verfahrens genauer zu untersuchen. „Wir werden prüfen, inwieweit die mit der Übertragung verbundenen Geschäfte rechtens waren oder ob die Gläubiger durch diese Transaktionen benachteiligt wurden“, sagte Hirte laut Pressemitteilung.

Wie es mit dem Karlsruher Star-Inn-Hotel weitergeht, ist ungewiss. Das 2009 eröffnete Drei-Sterne-Haus liegt an der Siemensallee und ist auf Geschäftsreisende ausgerichtet. Es verfügt über 124 Zimmer und zehn Suiten.

Eigentümer der Immobilie ist die Dr. Peters Group aus Dortmund. Sie hat das Karlsruher Businesshotel 2019 gekauft und an die Star-Inn-Gruppe bis 2040 verpachtet. Geplant war, es zusammen mit weiteren Hotelimmobilien als Investmentfonds zu vermarkten. Aufgrund des Corona-Lockdowns wurde der Start dieses Fonds aber gestoppt.

Eigentümer der Hotelimmobilie verhandelt mit neuem Betreiber

Sebastian Podwojewski, Sprecher der Dr. Peters Group, teilte mit, dass man sich „bereits in konkreten Verhandlungen mit einem potentiellen neuen Mieter“ befinde. „Weitere Details können wir aus Gründen der Vertraulichkeit derzeit nicht kommunizieren.“

Generell äußerte sich Podwojewski aber deutlich optimistischer als die Insolvenzverwalter. „Aufgrund der optimalen Lage für Geschäftsreisende, der sehr guten Anbindung an den ÖPNV sowie der unter normalen Umständen gegebenen Profitabilität der Immobilie schätzen wir die Weiterführungsprognose eines Hotels an diesem Standort als äußerst positiv ein“, so der Unternehmenssprecher.

nach oben Zurück zum Seitenanfang