Gebäudereiniger
Ein Gebäudereiniger putzt in 27 Meter Höhe ein gläsernes Dach. | Foto: Sebastian Kahnert

Für 450.000 Angestellte

IG BAU: Gebäudereiniger für Weihnachtsgeld streikbereit

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Frankfurt/Main (dpa) – Die Gebäudereiniger in Deutschland könnten noch vor Weihnachten in Warnstreiks treten, um ein tarifliches Weihnachtsgeld zu erzwingen.

«Wir planen bereits Arbeitskampfmaßnahmen», sagte das Bundesvorstandsmitglied der IG Bauen-Agrar-Umwelt, Ulrike Laux, der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt. Der Bundesvorstand werde in der kommenden Woche dazu beraten. Warnstreiks könnten noch abgewendet werden, falls ein Einlenken der Arbeitgeber erkennbar werde.

Bislang gibt es in der Branche kein tarifliches Weihnachtsgeld. Für eine Regelung müsse ein neuer Tarifvertrag außerhalb der bestehenden Vereinbarungen zu Einkommen und Rahmenbestimmungen getroffen werden, meinte Laux. «Das ist ein völlig neues Feld, in dem wir alle Gestaltungsmöglichkeiten haben. Insbesondere gilt auch keine Friedenspflicht», sagte die Gewerkschafterin. Man werde mit Warnstreiks auch nicht mehr lange warten: «Schließlich geht es um das Weihnachtsgeld.»

Die Gewerkschaft verlangt für die rund 450.000 gewerblichen Gebäudereiniger eine zusätzliche Zahlung von rund der Hälfte eines Monatslohns, bei längerer Betriebszugehörigkeit soll es Steigerungen von bis zu 70 Prozent geben. Die vielen Teilzeitbeschäftigten sollten in gleicher Weise nach ihrer tatsächlichen Arbeitszeit beteiligt werden. In den vergangenen Wochen hat es zahlreiche Protestaktionen in den Betrieben und öffentliche Demonstrationen gegeben, um der Forderung Nachdruck zu verleihen.

Nach Darstellung der IG BAU haben sich die Arbeitgeber bislang nicht zu Verhandlungen über das Weihnachtsgeld bereitgefunden. Eine letzte Aufforderung zu Gesprächen habe man gänzlich unbeantwortet gelassen, kritisierte Laux: «So geht man nicht miteinander um.»

Verhandlungen zum Rahmentarifvertrag wurden in Arbeitsgruppen vertagt, während der Gehaltstarif bis zum Ende des Jahres 2020 geschlossen ist. Hier wurde im vergangenen Jahr die Angleichung der Löhne in Ost und West vereinbart.