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Live-Stream statt Empfang

IHK Karlsruhe ruft zum Aufbruch in die Zeit nach dem Lockdown

Experten und Betroffene bei der IHK-Veranstaltung „Restart“ waren sich einig: Die Corona-Pandemie war für die Wirtschaft ein Schock nie gekannten Ausmaßes. Jetzt können die Unternehmen wieder durchstarten. Doch auch dafür braucht es Kraft - und Kapital.

Unternehmen Mut machen nach der Krise: Wolfgang Grenke, Präsident der IHK Karlsruhe, spricht am Dienstagabend bei einer Live-Veranstaltung mit Moderatorin Nicole Köster über den Umgang mit der Pandemie und den Weg aus dem Lockdown. Foto: jodo-foto / Joerg Donecker Karlsruhe jodo-foto Karlsruhe

Eigentlich sollte es erst ein Neujahrsempfang, dann ein Sommerempfang werden – doch als die Pandemie im Frühjahr immer noch keine größeren Planungen zuließ, zeigte sich die IHK Karlsruhe flexibel und rief am Dienstagabend zu einer Live-Veranstaltung im Internet. Das Ziel: Ein Aufbruchssignal an die regionale Wirtschaft senden. Der Appell richtete sich vor allem an die Unternehmen, die vom Lockdown massiv betroffen waren.

So wie zum Beispiel Yvonne Meyer, Inhaberin des „Schwarzwald Soul“ in Bühl – ein Laden, in dem man moderne Produkte wie etwa Uhren, Schmuck oder Feinkost aus dem Schwarzwald erstehen kann. Sie hat aus der Not eine Tugend gemacht und in einen Online-Shop investiert, der auch nach der Krise einen großen Teil der Umsätze liefern soll. Ihre Verkaufsidee im Netz: Mit persönlichen Videos erzählt sie die Geschichte ihrer Produkte – eine Form, die ankam und über die Krise half.

Sorge vor andauernder Spaltung der Wirtschaft

„Mut machen, Ideen geben, Service anbieten“, so fasste IHK-Präsident Wolfgang Grenke den Grundgedanken seiner „Restart“ genannten Veranstaltung zusammen.

Gastredner Michael Hüther vom Institut der deutschen Wirtschaft umriss das Ausmaß der Herausforderungen: „Die Corona-Pandemie stellt einen Schock in bisher ungekanntem Ausmaß für die deutsche Volkswirtschaft dar. Sie hat im Frühjahr vergangenen Jahres die Angebots- und Nachfrageseite erheblich beeinträchtigt und stellenweise lahmgelegt. Seit dem zweiten Lockdown im Herbst 2020 sehen wir mit Sorge zunehmend eine Spaltung der deutschen Wirtschaft.“ Auf der einen Seite die Industrie, die wieder anzieht. Und auf der anderen Seite: „Vor allem die Gastronomie, viele Einzelhändler und Dienstleister haben eine lange Durststrecke hinter sich – jetzt geht es darum, wieder kraftvoll in die Gänge zu kommen und digitale Chancen nachhaltig zu nutzen“, so Grenke.

20 verschiedene Förderprogramme

Wie das mit der gelungenen Digitalisierung gehen kann, zeigte die IHK selbst mit ihrer Veranstaltung, inklusive Live-Schalte zur Berater-Plattform, auf der Michael Baukloh direkt Einblicke in die Sorgen und Nöte der Unternehmen gab. „Jetzt braucht es zusätzliches Kapital, um wieder durchzustarten, das kostet noch mal ordentlich Kraft.“

Die Beratung der IHK zeigt einen Weg durch den Dschungel der Verordnungen und rund 20 verschiedenen Förderprogramme, die aktuell gelten. Interessierte konnten rund um die Veranstaltung auch direkt die Beratung konsultieren.

Krisenmanagement und Aufbruchstimmung

Aber wichtig ist, das machte auch Wolfgang Grenke noch einmal zum Abschluss deutlich: „Aus einer Situation, die nicht schön ist, noch das Beste zu machen, neue Wege auszuprobieren und auch einmal Risiken einzugehen.“ Und wenn es auch einmal nicht gut läuft, dafür zu sorgen, dass man sich selbst und seine Mitarbeiter nicht demotiviert.

Aber die deprimierenden Momente gehören größtenteils der Vergangenheit an, das zeigten die Reaktionen der Unternehmen auch auf der Plattform und der IHK-Bühne. Seit Gastronomie und Einzelhandel die Innenstädte wieder beleben, herrscht Aufbruchstimmung. „Seit zwei Wochen ist wieder richtige Freude da“, erzählte Esther Laut, Inhaberin des Textilgeschäftes „Minette Concept Store“ in Karlsruhe. Sie hatte Teleshopping-Events auf Instagram angeboten. Aber direkt wieder einkaufen zu können, ist eben doch etwas anderes. Zumal es jetzt endlich auch wieder Anlässe gibt, die neue Kleidung zu tragen.

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