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KI-Studie

IHK Karlsruhe will breiteren Nutzen durch Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz sticht durch einzelne Erfindungen wie etwa Roboter oder Sprachassistenten hervor, bei denen Tüftler im Raum Karlsruhe die Nase vorn haben. Doch dringt dies auch in den Alltag der Wirtschaftsunternehmen hinein? Das hat die IHK Karlsruhe in einer Online-Studie herausgefunden.

Ein Roboter und seine 3 D-Simulation: Auf dem Laptop wird er programmiert, um am Ende in der Industrie rastlos mit anzupacken. Foto: Artiminds Foto: Artiminds

Ein Roboter, der seine Kraft wie ein menschlicher Arm angemessen und in flüssigen Bewegungen einsetzen kann; ein Computer, der auf CT-Bildern Krebs im Frühstadium erkennen kann. Und ein Sprachassistent namens Neo, der auf Zuruf Geschäftstermine macht. Was haben sie alle gemeinsam?

Sie alle basieren auf Künstlicher Intelligenz (KI), wurden entwickelt und programmiert von KI-Experten aus der IHK-Region Karlsruhe – in diesem Fall durch die Firmen Artiminds, HS Analysis und Neohelden.

Ihre Expertise im Karlsruher Raum ist kein Zufall. Die Region mit ihren Tausenden Informatik-Studierenden prosperiert in dieser Hinsicht: 5,2 Prozent der Beschäftigten in der Region arbeiten festangestellt in der IT-Branche, das ist mehr als im Bundesdurchschnitt (3,4 Prozent) – ohne die in der Branche oft übliche Freiberuflichkeit mitzuzählen.

Die IHK Karlsruhe hat sich daher als Federführerin für Technologie der zwölf baden-württembergischen IHK-Bezirke angeschaut, welche Erfahrungen und welchen Bedarf die regionale Wirtschaft quer durch die Branchen in dieser Hinsicht hat.

Die zentrale Idee dahinter ist letztlich auch, das vorhandene Wissen und die Technologien breiter in die regionale Wirtschaft hineinzutragen.

Rund die Hälfte der Betriebe hat Erfahrungen mit KI

Von 90 Firmen aus dem Kammerbezirk, die bei der Online-Befragung geantwortet haben, hat rund die Hälfte bereits Erfahrung mit KI: Sei es als Anwender und/oder als Anbieter.

Allerdings ergeben sich je nach Branche hohe Unterschiede: Starkes Interesse am Thema herrscht in den Branchen IT und Technologie sowie in der Industrie. Doch während bei Betrieben aus IT und Technologie drei Viertel auf KI-Erfahrungen verweisen, sehen die Autoren der IHK-Studie etwa bei der Industrie und vor allem bei sonstigen Dienstleistern, Handel oder Bau „Nachholbedarf“.

Schaut man auf die Größe der Betriebe, so fällt laut Studie auf, dass KI vor allem bei großen Industrieunternehmen ein wichtiges Thema ist. In mittelgroßen Unternehmen scheint KI dagegen noch nicht sehr verbreitet zu sein, lautet eine Erkenntnis aus der anonymen IHK-Onlinebefragung.

Datenzugang und Sicherheit als zentrale Themen

Ein weiteres, zentrales Ergebnis: Die Vernetzung verschiedener Forschungseinheiten und Unternehmen im Hinblick auf ihre Daten wird als gewinnbringend eingestuft. Zwei Drittel der Unternehmen befürworten die Idee eines „Experimentierraums“, in dem Daten verschiedenster Quellen frei zugänglich bereitgestellt werden.

Auch die Idee eines KI-Sicherheitschecks, der eine Technik mit Blick auf ihre Anwendungssicherheit als geprüft ausweist, findet großen Anklang. „Vor allem in der Industrie kommt es vielen auf die Sicherheit an“, kommentiert Marc Mühleck, einer der Verfasser der IHK-Studie.

Wer nicht dabei ist, verliert den Anschluss.
Gert Adler, IHK Karlsruhe

Und schließlich, so ein weiteres Ergebnis, habe eine Datenplattform für die Industrie herausragenden Nutzen – auch „als zentrales Hilfsmittel, um die Hoheit über die eigenen Daten zu wahren“.

Denn Datensicherheit ist ein großes Thema – hier ruhen die Hoffnungen vor allem auf möglichen deutschen und europäischen Cloud-Lösungen.

Allerdings, so gibt Frank Roth von der Ettlinger IT-Firma Appsphere zu bedenken, herrsche in den Cloud-Lösungen des US-amerikanischen Anbieters Microsoft oft ein weit höherer Sicherheitsstandard als bei lokaler Datenlagerung einzelner Betriebe.

Die Anregungen aus der Studie will die IHK nun mit Akteuren aus der KI und der Politik diskutieren. Der Raum Karlsruhe müsse beim Thema KI weiter dran bleiben, fordert der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Gert Adler: „Wenn wir es nicht machen, machen es andere. Dieser Bereich wird exponentiell wachsen. Wer nicht dabei ist, verliert den Anschluss.“

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